NATO vergibt 200-Millionen-Euro-Cloud-Infrastrukturvertrag an Accenture
2026-07-13 09:09
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de.wedoany.com-Bericht: Die NATO hat Accenture einen Auftrag im Wert von rund 200 Millionen Euro erteilt, um die nächste Phase des „Protected Business Network“ (Geschütztes Geschäftsnetz) aufzubauen. Der Vertrag verpflichtet den Beratungskonzern, innerhalb der nächsten sieben Jahre eine Multi-Cloud-Digital-Infrastruktur zu liefern, die die vertraulichen Operationen, modernen Unternehmensdienste und die Cyber-Resilienz des Bündnisses unterstützt.

Kern des Projekts ist die Ablösung der jahrzehntealten, dezentralen Unternehmensinfrastruktur der NATO durch eine standardisierte Cloud-Plattform. Bei der konkreten Umsetzung wird Accenture mit Leonardo zusammenarbeiten, das für die entscheidenden Cybersicherheitsfähigkeiten verantwortlich zeichnet; die NATO Communications and Information Agency (NATO-Kommunikations- und Informationsagentur) bleibt weiterhin als Betreiber der zugrunde liegenden Multi-Cloud-Umgebung tätig. Diese Arbeitsteilung wird bei staatlichen Technologiebeschaffungen zunehmend üblich, bei der das Eigentum an der Infrastruktur, das Plattform-Engineering, die Systemintegration und der Sicherheitsbetrieb auf mehrere Organisationen verteilt sind, anstatt sich auf einen einzigen Anbieter zu konzentrieren.

Planmäßig soll die Plattform nach vollständiger Bereitstellung rund 29.000 NATO-Benutzern sichere Cloud-Dienste bieten. Aufgrund der vertraulichen militärischen Umgebung stellen Anforderungen wie Sicherheitszertifizierung, Interoperabilität und Betriebskontinuität erhebliche Herausforderungen für den Bereitstellungszeitplan dar. Das Projekt entscheidet sich für eine Multi-Cloud-Architektur, um die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter zu verringern und die Betriebsresilienz zu erhöhen. Auf der Sicherheitsebene wird Leonardo eine Zero-Trust-Architektur implementieren und seine globale Cybersicherheitsplattform (Global Cybersec Platform) integrieren, die KI-Multi-Agenten-Fähigkeiten für die Cyberabwehr vereint.

Dieser Vertrag ist die erste Umsetzungsphase des Programms „Protected Business Network“ und wurde bereits während des Verteidigungsindustrieforums auf dem NATO-Gipfel in Ankara unterzeichnet. Er wurde vom Nordatlantikrat als Fähigkeitsprojekt auf Bündnisebene genehmigt. Für Accenture festigt die Vereinbarung seine Position bei großen staatlichen Transformationsprogrammen und eröffnet langfristige Beratungs- und Managementdienstleistungsmöglichkeiten. Gleichzeitig expandiert Leonardo von der traditionellen Verteidigungsfertigung in den Bereich Cybersicherheit und digitale Infrastruktur. Dieser Fall zeigt, dass die Modernisierung der Verteidigung zunehmend auf Unternehmensarchitektur, Cloud-Betrieb und Software-Lebenszyklus-Management angewiesen ist, anstatt auf unabhängige Gerätebeschaffungen.

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