de.wedoany.com-Bericht: Die Medienanstalt Hessen hat über den Fortschritt der UKW-Abschaltung des nichtkommerziellen lokalen Hörfunks (NKL) informiert. Ursprünglich war geplant, den UKW-Rundfunk aller nichtkommerziellen lokalen Sender spätestens bis zum 30. Juni 2026 abzuschalten, doch dieser Plan wurde noch nicht vollständig umgesetzt. Der Medienrat beschloss im Dezember 2025, die Betriebsdienstverträge für das UKW-Sendenetz zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu kündigen. Die Medienanstalt hat das Grundvertragsverhältnis mit dem Sendernetzbetreiber Uplink Network zum 30. Juni 2026 beendet. Seit diesem Datum übernimmt sie grundsätzlich keine Kosten mehr für die Verbreitung des NKL über UKW.
Der Betreiber von „radio X", Radio X-Mix e.V., gab an, UKW-Rundfunk bevorzugen zu wollen, anstatt auf DAB+ umzusteigen. Die Medienanstalt stimmte diesem Antrag zu. Als Gegenleistung verzichtet der Verein auf die Förderung der DAB+-Verbreitungskosten, um im Gegenzug eine Förderung der UKW-Verbreitungskosten zu erhalten. Derzeit ist unklar, ob DAB+ abgeschaltet wird oder ob der Verein die digitale terrestrische Verbreitung aus eigener Kasse finanziert. Die Medienanstalt erklärte zudem, dass alle NKL-Betreiber die Möglichkeit haben, finanzielle Unterstützung für die Streaming-Verbreitung zu erhalten. Falls die NKL ab dem 1. Juli 2026 weiterhin gleichzeitig über UKW und DAB+ verbreitet werden (was rechtlich grundsätzlich möglich ist), werden die Kosten nicht von der Medienanstalt getragen. Die Medienanstalt betonte, dass die gleichzeitige Nutzung beider Verbreitungswege in allen Fällen nur eine Übergangsphase darstelle.
Schleswig-Holstein handelt entschlossener. Der Freie Sender Neumünster stellt ab dem 10. August die Frequenz 100,8 MHz ab; das Programm wird über DAB+ und das Internet ausgestrahlt. Der Betreiber gab diese Änderung über Instagram bekannt. Ursprünglich war der UKW-Abschalttermin der 1. Juli. Ein weiterer nichtkommerzieller Betreiber, Radio Fratz aus Flensburg, hatte bereits am 1. Juli die Frequenz 98,5 MHz abgeschaltet und sendet nicht mehr analog über UKW; das Programm wechselte ebenfalls zu DAB+ und Internet.
Der Bayerische Rundfunk (BR) treibt ebenfalls die UKW-Ausstiegspläne voran.

Die Füllsenderstation in Inntal/Ebbs wird am 21. Juli abgeschaltet. Laut ARD (Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland) erfolgt die Abschaltung aus wirtschaftlichen Gründen und zur Steigerung der Sendeeffizienz. Die fünf Radioprogramme des Bayerischen Rundfunks – Bayern 1, Bayern 2, Bayern 3, BR Klassik und BR24 – sind weiterhin analog über UKW empfangbar, jedoch mit schlechterer Qualität über die Sendestation Wendelstein. Zukünftig wird der Bayerische Rundfunk seine Programme vom Standort Inntal/Ebbs nur noch über DAB+ verbreiten. Der Bayerische Rundfunk gibt an, dass Digitalradio eine deutlich größere Programmvielfalt, freien Empfang überall und beste Qualität ohne Rauschen gewährleistet. Zudem wurden in den letzten Wochen bereits einige UKW-Abschaltungen durchgeführt.






