Deutscher Robotikverband: Umsatzrückgang von 5% im Jahr 2026 erwartet, aber Automatisierungsbedarf steigt weiter
2026-07-13 14:16
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de.wedoany.com-Bericht: Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des Fachverbands Robotik + Automation im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), äußerte sich kürzlich zu den Trends der industriellen Automatisierung. Er wies darauf hin, dass der Branchenumsatz im Jahr 2026 voraussichtlich um 5% zurückgehen werde, die Nachfrage der produzierenden Unternehmen nach Automatisierungslösungen jedoch weiter steige. Mensch-Roboter-Kollaboration und Künstliche Intelligenz werden zu den entscheidenden Treibern für die Prozessoptimierung. Diese Themen stehen im Mittelpunkt der Internationalen Ausstellung für Metallbearbeitung Stuttgart (AMB 2026).

Schwarzkopf analysierte, dass Unternehmen aufgrund geopolitischer Spannungen und lokaler Herausforderungen bei Neuinvestitionen weiterhin zurückhaltend seien, der Automatisierungstrend jedoch nicht umgekehrt sei. In den kommenden Jahren werde der demografische Wandel immer deutlicher spürbar. Unternehmen müssten durch Automatisierung die Arbeitsbelastung qualifizierter Mitarbeiter verringern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Künstliche Intelligenz entwickle sich rasant, insbesondere in den Bereichen generative KI und physische KI, und biete neue Chancen, darunter die Entwicklung von „Agentic AI“ sowie die Vereinfachung der Bedienung und Programmierung von Automatisierungslösungen. Darüber hinaus könnten Plattformen wie Go4Robotics der International Federation of Robotics (IFR) als Informationsquellen für Unternehmen dienen, um Lösungen zu finden.

Automatisierung sei nicht mehr auf die Großserienproduktion beschränkt; Robotiklösungen würden zunehmend zu einer praktikablen Option für die Kleinserienfertigung. Schwarzkopf erklärte, dass der technologische Fortschritt die Einstiegshürden für kleine und mittlere Unternehmen senke. Das Modell „kleine Stückzahlen, viele Varianten“ erfordere schnell und einfach zu bedienende Programmiersysteme. In diesem Zusammenhang gewännen „No-Code“-Lösungen an Bedeutung. Automatisierungsprozesse könnten über grafische Oberflächen per Drag-and-Drop konfiguriert werden, und Roboterbewegungsbahnen ließen sich durch manuelle Führung definieren und per Knopfdruck speichern. Er ist der Ansicht, dass die alten Vorstellungen von zu komplexer oder zu teurer Automatisierung nicht mehr der Realität entsprächen. Unternehmen könnten auf Fachmessen ausgereifte Lösungen hautnah erleben.

Die direkte Mensch-Roboter-Kollaboration werde mit der Vereinfachung der Programmierung und der Entwicklung von KI-Sensoren zur Realität. Schwarzkopf wies darauf hin, dass kollaborative Roboter (Cobots) sich erfolgreich etabliert hätten, die meisten Anwendungen jedoch auf „Koexistenz“ (Betrieb ohne Schutzzaun) basierten, nicht auf direkter Interaktion. Humanoide Roboter trieben die Kollaboration in eine neue, engere Phase voran. KI helfe Robotern, ihre Umgebung zu verstehen und autonom zu handeln. Obwohl noch umfangreiche Entwicklungsarbeit nötig sei, hätten humanoide Roboter das Labor verlassen und befänden sich in industriellen Pilotprojekten, was eine tiefere Interaktion zwischen Mensch und Maschine fördere.

Die im September stattfindende AMB 2026 wird in Stuttgart die gesamte Wertschöpfungskette der Metallbearbeitung zusammenbringen, darunter Hersteller, Anwender und Forschungseinrichtungen. Schwarzkopf bezog sich auf Daten der International Federation of Robotics und wies darauf hin, dass „Machine Tending“ (das automatische Be- und Entladen von Werkstücken in Bearbeitungsmaschinen) eine der Hauptanwendungen von Robotern sei. Die jährlichen Neuinstallationen von Robotern für das Be- und Entladen von Werkzeugmaschinen stiegen von 14.500 Einheiten im Jahr 2015 auf 19.000 Einheiten im Jahr 2024. Erste Daten für Anfang 2025 deuteten auf ein zweistelliges Wachstum hin. Auch die weltweiten Installationen kollaborativer Roboter hätten deutlich zugenommen; im Jahr 2024 seien es rund 65.000 Einheiten gewesen, was 12% der gesamten Industrieroboter ausmache. Der Bereich der mobilen Roboter verzeichne das stärkste Wachstum; sie könnten über einen mobilen Manipulator flexibel mit verschiedenen Maschinen verbunden werden.

Die Automatisierung wird sich durch alle Hallen der AMB 2026 ziehen. In der Oskar-Lapp-Halle (Halle 6) gibt es einen Bereich „Automatisierungs- und Handhabungstechnik“. Aussteller wie FANUC, KUKA, Cellro, RoboJob und Wassermann Technologie werden die neuesten Automatisierungslösungen für die Produktions- und Prozesssteuerung präsentieren. Fachbesucher können vor Ort erleben, wie Robotik, kollaborative Automatisierung und das industrielle Internet der Dinge die Metallbearbeitungsprozesse vorantreiben.

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