de.wedoany.com-Bericht: Ein Forschungsteam der Fakultät für Chemieingenieurwesen (FEQ) der Universität Campinas (Unicamp) hat ein Verfahren entwickelt, das mit Hilfe von superabsorbierenden Materialien Wasser aus flüssigen Brennstoffen wie Diesel entfernt. Die Studie wurde von der Forscherin Patrícia Lucente Fregolente im Rahmen ihrer Postdoktorandenzeit durchgeführt, von Professorin Maria Regina Wolf Maciel koordiniert und von der FAPESP finanziert.

Wasser in Kraftstoffen kann zu Korrosion von Anlagen und Leistungseinbußen führen. Das Verfahren verwendet superabsorbierende Materialien wie Polyacrylamid als „molekulare Schwämme", die das Wasser direkt aus dem Kraftstoff aufnehmen, ohne dass Erhitzen oder der Einsatz von Salzen erforderlich ist. Das Material ist regenerierbar und wiederverwendbar. Die Forschung begann im Jahr 2010, als in Brasilien ein steigender Biodieselanteil im verbrauchten Dieselkraftstoff erwartet wurde, was den Diesel hydrophiler machte. Das Team entwickelte daher eine praktische Lösung zur Wasserentfernung. Die Forschungsergebnisse können sowohl gelöstes Wasser als auch emulgiertes Wasser im Kraftstoff behandeln.
Im Jahr 2017 stieß Professor Leonardo Fregolente, der über zehn Jahre bei Petrobras gearbeitet hatte, zum Team. Nach weiteren Anstrengungen entstand ein Absorptionsmaterial auf Basis von Polyacrylsäure-Hydrogel mit optimierter Zusammensetzung. Im Vergleich zur ersten Generation verbesserte diese Struktur die Wasserentfernungseffizienz und erhöhte die mechanische Festigkeit. Auch Henrique Luiz Gonçalves war an der entsprechenden Entwicklungsarbeit beteiligt. Die Technologie wurde nach etwa zehn Jahren Forschung entwickelt, zunächst im Labormaßstab konzeptionell validiert, dann zu einem kontinuierlichen Verfahren weiterentwickelt und in einer Pilotanlage getestet.
Die Technologie stieß auf das Interesse des brasilianischen Unternehmens Matryx, das sich auf die Abwasserbehandlung in mehreren Bereichen spezialisiert hat. Matryx erfuhr durch einen Bericht in der Ausgabe 341 des Magazins „FAPESP Pesquisa" aus dem Jahr 2024 von den Forschungsergebnissen des Teams. Unternehmenspartner Rodrigo Massena erklärte, dass eine enge Verbindung zwischen Industrie und Universität dazu beitrage, die Risiken im Technologietransferprozess zu verringern. Rafaela Carvalhal, Forschungskoordinatorin bei Matryx, wies darauf hin, dass die Technologie darauf abziele, emulgiertes Wasser auf ein akzeptables Niveau zu reduzieren, um die Qualität des Diesels länger zu erhalten. Die Technologie habe Anwendungspotenzial in Bereichen wie dem Bergbau und dem Dieselvertrieb. Derzeit befindet sich die Technologie in der Phase der technischen Validierung; im nächsten Schritt ist die Entwicklung eines Pilotanlagensystems geplant.
Das Team erhielt außerdem für die Technologie „Polyacrylamid-basiertes Hydrogel zur Entfernung von Wasser aus Kraftstoffen" den Preis in der Kategorie „Lizenzierte geistige Eigentumsrechte" des Unicamp-Inventor-Awards 2026. Zu den ausgezeichneten Erfindern gehören Maria Regina Wolf Maciel, Patrícia Bogalhos Lucente Fregolente, Leonardo Vasconcelos Fregolente und Henrique Luiz Gonçalves.










