de.wedoany.com-Bericht: Am 15. Juli 2026 reichte IB Decarb Dos Alfa SpA beim chilenischen Umweltbewertungssystem das Grünammoniak-Projekt „Acuario" ein. Das Projekt plant Investitionen in Höhe von 4,7 Milliarden US-Dollar und ist in der Gemeinde San Gregorio in der Region Magallanes und Chilenische Antarktis angesiedelt.
Das Projekt nutzt erneuerbare Energien zur Elektrolyse von Wasser zur Wasserstofferzeugung und kombiniert dies mit aus der Atmosphäre gewonnenem Stickstoff zur Herstellung von Grünammoniak. Die Produkte sollen verkauft und letztlich auf den internationalen Markt exportiert werden. Der Umweltverträglichkeitsbericht zeigt, dass die Auslegungskapazität in der Betriebsphase bei 4.100 Tonnen Grünammoniak pro Tag liegt. Die Gesamtlebensdauer des Projekts wird auf 46 Jahre geschätzt, einschließlich Bau-, Betriebs- und Stilllegungsphasen. Der Standort befindet sich in der Bucht von Gregorio, etwa 103 Kilometer nordöstlich von Punta Arenas, in der Provinz Magallanes.
Da der Produktionsprozess korrosive oder reaktive Substanzen (nämlich Ammoniak) umfasst, wird das Projekt in Form eines Umweltverträglichkeitsberichts beim SEIA eingereicht. Zur Versorgung der Anlage mit erneuerbarer Energie ist der Bau eines Windparks mit 173 Windkraftanlagen und einer Gesamtinstallationsleistung von 1,73 Gigawatt geplant. Der erzeugte Strom wird über eine 220-kV-Erdkabelleitung von der Sammelschaltstation zur Hauptschaltstation in der Prozessanlage transportiert. Darüber hinaus ist die Integration eines BESS-Batteriespeichersystems vorgesehen, um Windfluktuationen auszugleichen und den Betrieb zu sichern. Zu den Hauptprojektkomponenten gehören die Prozessanlage, der Windpark, Umspannwerke, Rohrleitungen, Erdkabelleitungen, interne Straßen, Lager, Wasserstoff- und Ammoniakspeichersysteme, eine Haber-Bosch-Ammoniaksyntheseanlage, eine Luftzerlegungseinheit und ein Industrieabwasserbehandlungssystem.
Das für die Wasserstofferzeugung benötigte Wasser wird von einem autorisierten Drittanbieter im Küstengebiet bezogen. Entsalztes Wasser wird über unterirdische Rohrleitungen vom Entnahmepunkt zur Anlage transportiert. Der Bericht stellt klar, dass die Meerwasserentnahme und -entsalzung nicht in den Projektumfang fallen. Ebenso erfolgt der Transport des Ammoniaks von der Anlage zum Küstengebiet über Rohrleitungen, während der Export der Produkte von autorisierten Drittanbietern übernommen wird und ebenfalls nicht Gegenstand dieser Bewertung ist.
Die Bauphase wird voraussichtlich vier Jahre dauern. Laut Zeitplan des Umweltverträglichkeitsberichts sollen die Arbeiten im dritten Quartal 2029 beginnen und im zweiten Quartal 2033 abgeschlossen sein. Die Betriebsphase ist auf 40 Jahre ausgelegt, beginnend im dritten Quartal 2033 und endend im zweiten Quartal 2073. Anschließend wird die Stilllegungsphase bis zum zweiten Quartal 2075 dauern. Während der Bauphase werden durchschnittlich 1.595 Arbeiter benötigt, mit einer Spitzenbelegung von bis zu 3.000 Personen. Im Betrieb werden durchschnittlich 411 Arbeiter benötigt, maximal bis zu 977.
Die Gesamtfläche des Projekts beträgt 26.345 Hektar, wovon 1.542,2 Hektar als Eingriffsfläche ausgewiesen sind, einschließlich temporärer und permanenter Anlagen. Das Dokument umfasst die Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere, Feuchtgebiete, Wasserqualität, Boden, Lärm, Vibrationen, Landschaft, archäologisches und paläontologisches Erbe, die menschliche Umwelt, Tourismus und Landnutzung. In Bezug auf das Klima gibt der Projektträger an, den chilenischen Klimarisiko-Atlas (ARClim) konsultiert zu haben, um Gefährdungen, Exposition, Sensitivität und zukünftige Risiken am Standort zu ermitteln. Laut Dokument wurden in der Gemeinde San Gregorio keine hohen Risiken im Zusammenhang mit zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels festgestellt.
Das Projekt wird in Form eines Umweltverträglichkeitsberichts eingereicht, ausgelöst durch Artikel 11 des Gesetzes Nr. 19.300, einschließlich möglicher erheblicher nachteiliger Auswirkungen auf erneuerbare natürliche Ressourcen, erheblicher Veränderungen der Lebensweise und Bräuche menschlicher Gruppen, Nähe zu geschützten Ressourcen oder Gebieten sowie Veränderungen des kulturellen Erbes. Darüber hinaus enthält das Dokument Aufzeichnungen über die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit, vorbereitende Maßnahmen, partizipatives Monitoring, Minderungs-, Sanierungs- und Kompensationsmaßnahmen, Notfall- und Unfallpläne, Umweltüberwachungspläne sowie branchenspezifische Umweltgenehmigungen.










