de.wedoany.com-Bericht: Für die neuen Blöcke des Kernkraftwerks Kola II wurde die Standortgenehmigung erteilt. Damit wurde bestätigt, dass der Standort am Ufer des Imandra-Sees in der Oblast Murmansk, etwa zehn Kilometer südlich des bestehenden Kraftwerks, den Anforderungen entspricht. Laut dem russischen Staatskonzern Rosatom hat der Generalauftragnehmer TITAN-2 mit den Standortvorbereitungen begonnen, darunter der Bau von Zufahrtsstraßen, die Rodung von Waldflächen und die Errichtung einer Bau- und Montagebasis.

Nikolai Rusakov, stellvertretender Direktor für Infrastruktur des Kernkraftwerks Kola, erklärte, dass das Team zur Vorbereitung des Kraftwerksbaus mit dem Generalplaner und dem Generalauftragnehmer zusammenarbeitet, um Bautechnik, Zeitplan und Sicherheitsfragen zu erarbeiten. Er ist zuversichtlich, dass die koordinierte Zusammenarbeit aller Beteiligten den termingerechten Start der Hauptbauphase gewährleisten wird.
Nach früheren Angaben von Rosatom ist die endgültige Planung für Kola II der Bau von vier neuen Blöcken des Typs VVER-S, einem in Entwicklung befindlichen wassergekühlten Reaktor mit einer Leistung von 600 Megawatt. Die ersten beiden Blöcke sollen zwischen 2027 und 2037 fertiggestellt werden. Wenn die geplanten VVER-S-Reaktoren vollständig mit MOX-Brennstoff (Mischoxid) betrieben werden, könnte der Verbrauch von natürlichem Uran um 50 Prozent reduziert werden.
Die neuen Blöcke sollen die vier bestehenden Kola-Blöcke ersetzen, bei denen es sich um VVER-440-Reaktoren handelt. Die Blöcke 1 und 2 sind vom Typ V-230, die Blöcke 3 und 4 vom Typ V-213. Die einzelnen bestehenden Blöcke haben eine Leistung von 411 Megawatt und wurden zwischen 1973 und 1984 ans Netz angeschlossen.
Das Kernkraftwerk Kola war das erste Kernkraftwerk, das unter den rauen arktischen Klimabedingungen errichtet wurde. Es versorgt die meisten großen Industrieunternehmen im Norden der Republik Karelien sowie mehr als die Hälfte der Energieverbraucher auf der Kola-Halbinsel zuverlässig mit Strom.
Die Pläne für die zusätzliche installierte Leistung in Kola wurden mehrfach geändert. Die World Nuclear Association weist darauf hin, dass ein Alternativplan aus dem Jahr 2012 ursprünglich den Bau von zwei VVER-TOI-Blöcken vorsah. Im Juni 2021 gab die Kraftwerksleitung bekannt, dass der Bau von zwei VVER-S-Reaktoren mit 600 Megawatt im Jahr 2028 beginnen soll, wobei der erste Block voraussichtlich 2034 in Betrieb gehen wird. Das „S" steht dabei für Spectral Shift Control (Spektrumsverschiebungssteuerung), bei der das Kühlmittel des Primärkreislaufs schweres Wasser enthält.










