de.wedoany.com-Bericht: Claudio Descalzi, CEO des Öl- und Gasunternehmens Eni, sagte bei einer Anhörung vor der italienischen Abgeordnetenkammer voraus, dass die Gaspreise in Europa im Januar 2027 hoch bleiben würden. Wie die Nachrichtenagentur RIA Novosti berichtete, erklärte Descalzi, dass die vollständige Einstellung der russischen Flüssiggaslieferungen (LNG) ab dem 1. Januar 2027 zu einem deutlichen Marktdefizit führen werde, während die Füllstände der unterirdischen Gasspeicher niedriger als im Vorjahr liegen würden.

Nach Berechnungen von Experten müsse Europa die zuvor aus Russland importierten 36 Milliarden Kubikmeter Gas durch alternative Routen – hauptsächlich aus den USA und ostasiatischen Ländern – ausgleichen. Der Füllstand der italienischen Untertagegasspeicher liege bei 71 bis 72 Prozent, vergleichbar mit dem Vorjahr. Die begrenzteren Gasreserven einiger EU-Länder erhöhten jedoch das Risiko für die gesamte europäische Region, da dieser Brennstoff in deren Energiemix einen hohen Anteil ausmache. Schätze der Eni-Geschäftsführer zufolge werde die Gasversorgungssicherheit im Januar bei einer Kältewelle ohne russische Lieferungen geringer sein als im Vorjahr.
Vor dem Hintergrund der Spannungen in der Straße von Hormus und der Besorgnis über mögliche Unterbrechungen der Energieversorgung hat die Europäische Kommission das Ziel für die Füllstände der Gasspeicher vor dem Winter von 90 auf 80 Prozent gesenkt. Die EU-Kommissionsbeamtin Anna-Kaisa Itkonen wies darauf hin, dass die derzeitigen Lagerbestände noch keinen Anlass zur Sorge über eine Unterbrechung der Heizsaison gäben, die Energiepreise jedoch weiterhin instabil seien.










