Französisch-deutsche Onshore-Windkraftauktionen überzeichnet, Zuschläge über 3 Gigawatt
2026-07-18 14:11
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de.wedoany.com-Bericht: Frankreich und Deutschland haben kürzlich jeweils Onshore-Windkraftauktionen durchgeführt, die deutlich überzeichnet waren. Die Gesamtzuschläge beider Länder überstiegen 3 Gigawatt, während die durchschnittlichen Zuschlagspreise weiter sanken. Der europäische Windenergieverband WindEurope wies auf den intensiven Wettbewerb hin, warnte jedoch auch, dass die begrenzte Sichtbarkeit der Auktionen die Entwickler dazu zwinge, Projekte überstürzt auf den Markt zu bringen.

Die Onshore-Windkraft bleibt der Haupttreiber des europäischen Windkraftzubaus und machte im vergangenen Jahr 94 % der Neuinstallationen aus. Bis 2030 wird ihr Anteil an den Neuinstallationen voraussichtlich bei fast 80 % liegen. In der jüngsten französischen Auktionsrunde wurden 0,8 Gigawatt zugeschlagen, bei einem Angebotsvolumen von 2,4 Gigawatt. Der durchschnittliche Zuschlagspreis sank auf 77 Euro pro Megawattstunde, ein Rückgang um rund 10 Euro pro Megawattstunde im Vergleich zu den letzten Runden. Repowering-Projekte machten 66 % der Zuschläge aus, was auf die kürzlich vereinfachten Genehmigungsverfahren für einige dieser Projekte in Frankreich zurückzuführen ist.

Der europäische Windenergieverband WindEurope warnte, dass die hohen Angebotsmengen die niedrigen französischen Onshore-Windkraftziele und die fehlende Sichtbarkeit der Auktionen nach 2026 widerspiegelten. Dies zwinge viele Projekte – darunter auch solche ohne vollständige Genehmigung – zu einer vorzeitigen Teilnahme. Pierre Tardieu, Chief Policy Officer des Verbandes, erklärte, dass Frankreich eine große Anzahl von Projekten auf zwei kleine Auktionen in diesem Jahr konzentriere, was die Preise drücke. Die Entwickler konkurrierten jedoch faktisch um den Marktzugang. Er forderte die Aufstellung eines echten mehrjährigen Auktionsplans.

Deutschland genehmigte im vergangenen Jahr einen Rekordwert von 21 Gigawatt an Onshore-Projekten. In der jüngsten Auktion wurden 2,5 Gigawatt zugeschlagen, bei einem Durchschnittspreis von 51 Euro pro Megawattstunde und einem niedrigsten Gebotspreis von 44 Euro pro Megawattstunde. Der europäische Windenergieverband WindEurope wies darauf hin, dass die Preise für neue Windkraft in Deutschland weit unter den vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) genannten Alternativen liegen – neue Kernkraftwerke kosten 139 bis 490 Euro pro Megawattstunde, während neue Erdgas-, Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke noch teurer sind. Der Verband warnte jedoch gleichzeitig, dass die extrem hohe Überzeichnungsrate die Entwickler dazu verleiten könnte, riskante Gebote abzugeben, die sie nicht erfüllen können. Er forderte die deutsche Regierung auf, die bereits angekündigten zusätzlichen Auktionen für 12 Gigawatt bis 2030 zu starten, um eine „künstliche Verknappung“ zu vermeiden.

Die Dynamik dieser Auktionen ist für den Ostseeraum von Bedeutung. Die Länder in dieser Region bauen ihre Onshore- und Offshore-Windkraftkapazitäten aus. Ein vorhersehbarer mehrjähriger Auktionszeitplan wird zunehmend als entscheidender Faktor für Kostensenkungen und die Förderung von Projektfortschritten angesehen.

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