de.wedoany.com-Bericht: Die Obere Donau Kraftwerke AG (ODK) hat am Wehr in Faimingen an der Donau ein Projekt im Gesamtwert von 5,6 Millionen Euro abgeschlossen, das verbesserte Hochwasserschutzmaßnahmen mit ökologischen Verbesserungen kombiniert, darunter einen rund 470 Meter langen Fischumgehungsbach.
Das Projekt verstärkte rund fünf Kilometer bestehende Hochwasserschutzdämme und schuf einen naturnahen Umgehungsbach, um die Fischwanderung über das Wehr wiederherzustellen. Uferabschnitte wurden neu gestaltet, um neue Lebensräume zu schaffen, und der Zugang zum Donauradweg wurde verbessert. Das Projekt wurde am 13. Juli offiziell eingeweiht, an der Zeremonie nahmen Vertreter aus Politik, Gemeinden, Aufsichtsbehörden, Fischerei- und Naturschutzorganisationen teil.
Von der Gesamtinvestition entfielen rund vier Millionen Euro auf den Fischpass, die restlichen 1,6 Millionen Euro auf die Verstärkung der Hochwasserschutzdämme. Die Dämme wurden mit der Schlitz-Soil-Replacement-Methode verstärkt, bei der Teile der Dämme ausgehoben und mit durchlässigem Kies verfüllt werden, um die Stabilität und Hochwasserresistenz zu erhöhen.
Zu den ökologischen Verbesserungsmaßnahmen gehörten die Schaffung von Flachwasseruferzonen mit Kies, Steinen und Totholz sowie Leitstrukturen und Inseln, die Lebensräume für Fische, Amphibien und Insekten bieten sollen. Der neue Fischpass umgeht das Wehr auf einer Länge von rund 470 Metern und ermöglicht es einheimischen Arten wie Huchen, Nase, Barbe und Äsche, sich flussauf- und flussabwärts zu bewegen. Der Pass umfasst flache Kiesbereiche, wechselnde Strömungsverhältnisse und ruhigere Zonen, um die Fischwanderung sowie Laich- und Nahrungshabitate zu unterstützen.
Dr. Jörg Franke, Technischer Direktor der ODK, erklärte, der neue Fischpass bringe einen Teil der natürlichen Flussdynamik an die Donau zurück, während die Wehrsanierung den aktuellen technischen Anforderungen entspreche und einen wichtigen Beitrag zum regionalen Hochwasserschutz leiste. Die neuen Uferstrukturen würden zudem die Lebensbedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entlang der Donau nachhaltig verbessern. Dr. Franke wies darauf hin, dass die Maßnahmen in Faimingen zeigen, wie Wasserkraft, Hochwasserschutz und ökologische Entwicklung effektiv kombiniert werden können. Die LEW, die die von der ODK betriebenen Kraftwerke betreut, war für die Planung und den Bau des Projekts verantwortlich und arbeitete koordiniert mit lokalen Behörden, Fischereiorganisationen und Naturschutzverbänden zusammen.
Projektleiter Manuel Jurtz betonte, dass ein Projekt dieser Größenordnung nur durch das Zusammenwirken vieler erfolgreich sein könne. Die enge Zusammenarbeit mit dem Donautal-Aktiv, Fischerei- und Naturschutzorganisationen sowie den örtlichen Gemeinden habe nicht nur eine funktionierende Anlage geschaffen, sondern das Wehr auch nachhaltig weiterentwickelt und einen echten Mehrwert für Natur und Region gebracht.
Der Fischpass ist Teil der umfassenderen Arbeiten zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit entlang der Donau gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Die LEW hat zuvor ähnliche Projekte an Wasserkraftwerken an Iller, Günz und Wertach abgeschlossen. Laut ODK ist der Fischpass am Kraftwerk Gundelfingen bereits fertiggestellt, weitere Projekte sind an den Wehren in Leipheim, Günzburg, Offingen und Oberelchingen geplant.
Das Wasserkraftwerk Faimingen ist eines von sechs Donaukraftwerken, die von der ODK betrieben werden. Nach Angaben des Unternehmens erzeugen diese Kraftwerke zusammen jährlich rund 280 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom, genug für über 80.000 Haushalte.










