Berliner Flughafen Tegel: 42 Unternehmen siedeln sich auf dem Gelände an
2026-07-20 09:24
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de.wedoany.com-Bericht: Das Gelände des ehemaligen Flughafens Berlin-Tegel wandelt sich schrittweise zu einem neuen Stadtquartier. Die Berlin TXL Management GmbH ist für die Entwicklung, Vermarktung und den Betrieb des Projekts verantwortlich. Bislang haben sich 42 Unternehmen und Institutionen dort niedergelassen, rund 450 Mitarbeiter sind bereits eingezogen.

Im November 2020 wurde der Passagierbetrieb am Flughafen Tegel eingestellt; im August 2021 übernahm die Berlin TXL Management GmbH den Großteil der Grundstücke und Immobilien. Das Projekt plant auf einer 500 Hektar großen Fläche einen Forschungs- und Industriepark, Wohngebiete sowie Erholungsgrünflächen. Ziel ist es, nachhaltig und ressourcenschonend zu sein und durch die Nutzung erneuerbarer Energien CO2-Neutralität zu erreichen.

Der Kernbereich, die „Urban Tech Republic", entsteht rund um das markante Terminalgebäude und wird Unternehmen sowie Hochschulen beherbergen. Die derzeit ansässigen Unternehmen kommen aus den Bereichen Mobilität, Energie, Materialien, Sensorik und digitale Infrastruktur und nutzen bestehende Gebäude wie Frachthallen und Hangars für ihren Betrieb. Beispielsweise stellt das Startup Earthbound in einem Hangar aus Aushubmaterial von Baustellen recycelbare Erdsteine und Mörtel her. Gründer Micha Kretschmann sagt, man habe in Tegel den passenden Pilotraum gefunden.

Das Gelände verfügt über alte Start- und Landebahnen und bietet 60 Hektar Boden- und Luft-„Experimentierfläche", auf der Unternehmen autonome Fahrzeuge oder Drohnentechnologie in einer technisch sicheren Umgebung testen können. Das Startup Projekt Q testet hier Erkennungssysteme wie Radar, Drohnen, Audiosensoren und Kameras. Geschäftsführer Felix Albrecht ist der Ansicht, dass ein vergleichbarer Standort in ganz Norddeutschland schwer zu finden sei.

Frank Wolters, Geschäftsführer der Berlin TXL Management GmbH, erklärt, dass die Urban Tech Republic letztlich Platz für 1000 Unternehmen und 20.000 Mitarbeiter bieten soll. Kürzlich wurde die Vermarktung neuer Grundstücke gestartet; mit dem ersten Investor wurde ein Vertrag über ein 7000 Quadratmeter großes Grundstück abgeschlossen. Im Herbst soll ein zweites Grundstück angeboten werden. Für 2027 ist die Freigabe von rund 95.000 Quadratmetern Gewerbefläche geplant, für 2028 weitere rund 124.000 Quadratmeter. Die Grundstücke werden im Erbbaurecht vergeben, das Land Berlin bleibt Eigentümer.

Das unter Denkmalschutz stehende Terminalgebäude wird größtenteils erhalten bleiben. Die Berliner Hochschule für Technik wird in das Terminal A einziehen; der Umbau soll in Kürze mit einem Spatenstich beginnen. Voraussichtlich Anfang der 2030er Jahre werden 2500 Studierende dort sein. Im Terminal B ist ein Zentrum für Gründung, Innovation und Konferenzen geplant; der Umbau beginnt 2028. Terminal D soll ein Zentrum für Mobilität, Künstliche Intelligenz und Robotik werden; die Bauplanung startet im nächsten Jahr.

Im „Schumacher Quartier" am östlichen Ende des ehemaligen Flughafens sollen auf 46 Hektar über 5000 Wohnungen für mehr als 10.000 Menschen entstehen. Das landeseigene Unternehmen Degewo beginnt im August mit dem Bau von 337 Wohnungen, die bis Ende 2028 fertiggestellt sein sollen. Die Mieten beginnen bei 7 Euro pro Quadratmeter. Die Gebäude werden in ressourcenschonender Holz-Hybridbauweise errichtet; das gesamte Viertel wird nach nachhaltigen Prinzipien gebaut, nutzt erneuerbare Energien, bewirtschaftet Regenwasser nach dem Schwammstadt-Prinzip und ist weitgehend autofrei. Ein weiteres kommunales Unternehmen, Gesobau, wird andere Bauabschnitte entwickeln.

Für die Verkehrsanbindung des künftigen Stadtquartiers TXL beschloss der Berliner Senat Anfang 2024 den Bau einer Straßenbahn. Die neue Straßenbahnlinie, die an die U6 anbindet, könnte 2034 fertiggestellt werden. Wolters sagt, man führe mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) Gespräche über eine temporäre Lösung. Vorgesehen ist, ab 2031 das Gründer- und Innovationszentrum im Terminal B mit autonomen Fahrzeugen an die U- und S-Bahn anzubinden.

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