de.wedoany.com-Bericht: Der portugiesische Architekt José Manuel Carvalho Araújo und sein Atelier Carvalho Araújo haben den Masterplan Valença 2030 vorgestellt, der eine Stadtentwicklungsstrategie mit den Schwerpunkten Denkmalschutz, Verkehrsneuordnung und Aufwertung öffentlicher Räume vorsieht. Das Leitprinzip des Plans lautet: „Identität wird nicht konstruiert, sondern wiederhergestellt.“

Valença ist eine historische Stadt in der Region Alto Minho im Norden Portugals, bekannt für die Festung Fortaleza Vauban, ein Weltkulturerbe. Die Stadt steht vor typischen Herausforderungen mittelgroßer Stadtzentren: Bevölkerungsrückgang im historischen Kern, touristischer Druck ohne ganzheitliches Management, Infrastruktur, die den Anforderungen des 21. Jahrhunderts nicht gerecht wird, und das Fehlen einer einheitlichen regionalen Entwicklungsstrategie.
Der Masterplan gliedert sich in drei grundlegende Dimensionen: LEBEN (VIVER) – erfordert hochwertigen Wohnraum, menschenfreundliche öffentliche Räume und bürgernahe Dienstleistungen, um widerstandsfähige Gemeinschaften im historischen Zentrum und in den Erweiterungsgebieten zu fördern; ARBEITEN (TRABALHAR) – schafft Bedingungen für die Ansiedlung lokaler Wirtschaftsaktivitäten (einschließlich Straßenhandel und Kreativwirtschaft) und stattet die Stadt mit der notwendigen Infrastruktur und Konnektivität aus, um Talente anzuziehen und zu halten; BESUCHEN (VISITAR) – fördert nachhaltigen Kultur- und Kulturerbe-Tourismus unter Betonung der Festung, des Flusses Rio Minho und der grenzüberschreitenden Besonderheit, ohne die Lebensqualität der Bewohner zu beeinträchtigen.
Laut Plan muss jede Maßnahme darlegen, wie sie mindestens einer dieser Dimensionen dient. Zu den geplanten Hauptmaßnahmen gehören: die Schaffung einer neuen Stadtachse, die das Fórum Intercultural de Valença, den Mercado Municipal und das Campo da Feira verbindet; die Umwandlung des Mercado Municipal in eine multifunktionale Aula; die Aufwertung der Antiga Alfândega (Altes Zollhaus) zur Unterbringung der künftigen Alfândega Cultural (Kulturzollhaus); die Einrichtung eines Eisenbahnmuseums (Museu Ferroviário); die Neugestaltung des Uferbereichs und der Avenida dos Bombeiros Voluntários; sowie die Neuordnung des Verkehrssystems mit Priorität für Fußgängerwege und Reduzierung des Autoverkehrs in der Nähe der Festung.
Der Masterplan zielt darauf ab, Erbe und Moderne in Einklang zu bringen, die lokale Identität zu stärken und gleichzeitig den Herausforderungen der Bevölkerungsbedürfnisse und der städtischen Nachhaltigkeit zu begegnen. Carvalho Araújo betont, dass der Masterplan kein Dekret sei, sondern ein langer Dialog mit dem Land, den Menschen, die darin leben, und den künftigen Generationen, die dort wohnen werden. Das Ziel sei, Valença zu einer Stadt zu machen, die sich um ihre Bewohner kümmert und Platz für Ältere, Junge, Arbeitende und Besucher bietet.










