de.wedoany.com-Bericht: Der portugiesische Bau- und Ingenieurskonzern Mota-Engil Engenharia e Construção, S.A. und die Eurasian Resources Group (ERG) befinden sich in der finalen Phase der Verhandlungen zur Übernahme brasilianischer Eisenerz- und Infrastrukturanlagen. Es wird erwartet, dass in den kommenden Wochen eine endgültige Vereinbarung erzielt wird. Die Übernahme betrifft die ERG-Tochtergesellschaft Bahia Mineração (Bamin), die das Eisenerzprojekt Pedra de Ferro im Bundesstaat Bahia sowie die dazugehörige Logistikinfrastruktur besitzt.
Mota-Engil, gegründet 1946 mit Hauptsitz in Porto, Portugal, ist ein weltweit in über 30 Ländern tätiger integrierter Bau- und Ingenieurskonzern mit Geschäftsfeldern in den Bereichen Bau, Verkehrsinfrastruktur, Energie, Bergbau und Abfallwirtschaft. Die Eurasian Resources Group (ERG) mit Sitz in Luxemburg ist ein globaler diversifizierter Rohstoffkonzern, der in der Gewinnung und Verarbeitung von Mineralien wie Eisenerz, Kupfer, Kobalt und Aluminium tätig ist und bedeutende Vermögenswerte in der Demokratischen Republik Kongo und Kasachstan besitzt.
Das Kernstück der Verhandlungen – Bahia Mineração (Bamin), die brasilianische Tochtergesellschaft von ERG – hält das Eisenerzprojekt Pedra de Ferro im Bundesstaat Bahia, das eine jährliche Kapazität von 26 Millionen Tonnen erreichen soll. Die Transaktion umfasst zudem den Bau von Teilabschnitten der West-Ost-Integrierten Eisenbahn (Fiol) sowie die Entwicklung des Hafens Porto Sul. Die Gesamtinvestitionen für die Bamin-Projekte werden auf rund 5 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Die Verhandlungen sollten ursprünglich in der ersten Hälfte des Jahres 2026 abgeschlossen werden, verzögerten sich jedoch aufgrund der laufenden Unternehmensumstrukturierung innerhalb der ERG-Gruppe. Ende Mai dieses Jahres verkauften die Familien der ERG-Gründer Patokh Chodiev und Alexander Machkevitch ihre Anteile von 18,6 % bzw. 20,7 % an die von dem kasachischen Geschäftsmann Shakhmurat Mutalip kontrollierte Nature Energy Solutions Ltd. Nach Abschluss der Transaktion hält die kasachische Regierung weiterhin 40 % der ERG-Anteile, Nature Energy Solutions 39,3 %, und die restlichen Anteile werden von den Erben des Unternehmers Alijan Ibragimov gehalten. Diese Umstrukturierung hat die Aufmerksamkeit des US-Außenministeriums auf sich gezogen, das Bedenken hinsichtlich möglicher Verbindungen zu sanktionierten russischen Institutionen äußerte.
Auf brasilianischer Ebene treibt die Bundesregierung den Abschluss der Verhandlungen aktiv voran. Der Vorstand des brasilianischen Schifffahrtsfonds (FMM) hat die Finanzierung des Porto Sul-Projekts in Höhe von 6,6 Milliarden Brasilianischen Real (etwa 1,3 Milliarden US-Dollar) genehmigt. Diese Finanzierung wird nach Abschluss der Transaktion zwischen Mota-Engil und ERG ausgezahlt. Der vom Ministerium für Häfen und Flughäfen verwaltete Fonds operiert über öffentliche Finanzinstitute wie die Brasilianische Entwicklungsbank (BNDES) und die Banco do Brasil und bietet günstigere Zinskonditionen als der Markt.
Sollte die Transaktion erfolgreich abgeschlossen werden, erhält Mota-Engil bedeutende Eisenerzaktiva und die dazugehörige Logistikinfrastruktur im Bundesstaat Bahia und baut damit seine Präsenz im brasilianischen Bergbausektor weiter aus. Gleichzeitig könnte die brasilianische Bundesregierung dadurch Investitionen in die mit dem Bergbauprojekt verbundene Logistikinfrastruktur freisetzen und die regionale Wirtschaftsentwicklung fördern.










