de.wedoany.com-Bericht: Deutschland – Die Wirtschaftsvereinigung Stahl gab bekannt, dass die deutsche Rohstahlproduktion im ersten Halbjahr 2026 bei rund 18,6 Millionen Tonnen lag, was einem Anstieg von etwa 9 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im ersten Halbjahr 2025 war die Stahlproduktion um fast 12 % gesunken, und das aktuelle Niveau erreicht noch nicht die 19,4 Millionen Tonnen aus dem ersten Halbjahr 2024. Der Verband wies darauf hin, dass die neuesten Daten keine nachhaltige Trendwende anzeigen, da die Jahresproduktion 2026 hochgerechnet auf etwa 37 Millionen Tonnen geschätzt wird – unter der Schwelle von 40 Millionen Tonnen, die für eine wirtschaftlich rentable Auslastung erforderlich ist.

Die Nachfrage aus wichtigen nachgelagerten Branchen der Stahlhersteller – Bauwirtschaft, Maschinenbau und Automobilindustrie – bleibt weiterhin schwach. Kerstin Rippel, Geschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, warnte davor, dass der Produktionsanstieg nicht darüber hinwegtäuschen dürfe, dass sich die Stahlindustrie weiterhin in einer schwierigen Lage befinde. Das Wachstum sei vor allem auf technische Erholungseffekte zurückzuführen, etwa darauf, dass Stahlkunden ihre Lagerbestände wieder auffüllen. Die deutsche Stahlindustrie setzt große Hoffnungen in die neuen EU-Zollregeln, die ab Juli in Kraft treten. Nach bestimmten Kriterien unterliegen Stahlimporte nun zusätzlichen Zöllen, die günstige Importe aus Asien einschränken sollen. Rippel betonte, dass dieses handelspolitische Schutzinstrument für die deutsche und europäische Stahlindustrie von entscheidender Bedeutung sei, um sicherzustellen, dass eine künftige Erholung der Nachfrage tatsächlich zu einer höheren Kapazitätsauslastung der Stahlunternehmen in Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten führe.










