Spanien und Portugal fordern die EU auf, den Bau von Stromverbundnetzen zu beschleunigen
2025-05-23 14:45
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Am 21. Mai 2025 reichten die Regierungen Spaniens und Portugals bei der Europäischen Union einen formellen Antrag ein, den Bau des Stromverbundsystems mit Frankreich zu beschleunigen. Hintergrund der Forderung ist ein massiver Stromausfall auf der Iberischen Halbinsel im April 2025, der die unzureichende Anbindung der Region an das europäische Stromnetz deutlich machte.

In einem gemeinsamen Brief an EU-Energiekommissar Dan Jorgensen betonten die Energieminister beider Länder: „Um eine schnelle und wirksame Integration der Iberischen Halbinsel in das EU-Energiesystem zu gewährleisten, ist ein starkes politisches und finanzielles Engagement auf allen Ebenen erforderlich.“ Derzeit beträgt der Anteil der Stromverbundnetze zwischen den iberischen Ländern und dem Rest Europas lediglich drei Prozent und liegt damit weit unter dem EU-Ziel von 15 Prozent bis 2030.

Der französische Netzbetreiber RTE hat in einem Planungsdokument für Anfang 2025 den Bau zweier neuer Übertragungsleitungen durch die Pyrenäen vorgeschlagen. Diese Projekte erfordern EU-Finanzierung, und der RTE-Bericht weist darauf hin, dass ihre Vorteile vor allem Regionen außerhalb Frankreichs zugutekommen werden. Derzeit wird erwartet, dass die Modernisierung der bestehenden Leitung zwischen Frankreich und Spanien im Jahr 2025 abgeschlossen sein wird, und die Fertigstellung des neuen Unterseekabels durch den Golf von Biskaya ist für 2028 geplant.

In dem Brief schlugen die spanische Energieministerin Sara Agersson und die portugiesische Energieministerin Maria da Graca Carvalho vor, vor Ende 2025 ein Ministertreffen unter Beteiligung Frankreichs und der Europäischen Kommission abzuhalten, um einen konkreten Umsetzungsfahrplan zu entwickeln. Die beiden Länder sind der Ansicht, dass die unzureichende Vernetzung zu hohen Energiepreisen geführt und die Reaktionsfähigkeit des Stromnetzes im Notfall geschwächt habe.

Ein Sprecher der Europäischen Kommission bestätigte den Erhalt des Schreibens und sagte, man stehe mit den betroffenen Ländern in Kontakt. Der Stromausfall im April 2025 hatte schwerwiegende Auswirkungen wie Flugausfälle und Unterbrechungen des Krankenhausbetriebs. Die EU untersucht derzeit die Unfallursache. Die Unterschiede in der Energiestruktur zwischen Frankreich und der Iberischen Halbinsel – Frankreich setzt hauptsächlich auf Kernenergie, während Spanien und Portugal auf erneuerbare Energien setzen – unterstreichen die Notwendigkeit einer stärkeren Netzkopplung.

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