IBM warnt: KI verdrängt Softwarebudgets – Umsatz bleibt hinter Erwartungen zurück
2026-07-27 15:52
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de.wedoany.com-Bericht: IBM hat in einer aktuellen Warnung an Investoren eingeräumt, dass das Unternehmen aufgrund der verspäteten Anpassung an veränderte Ausgabenstrukturen in den Technologiebudgets großer Unternehmen mit Umsatz und Gewinn unter den Markterwartungen rechnet. Kunden investierten gegen Quartalsende einen Teil der geplanten Mittel in Server, Speicher, Arbeitsspeicher und Netzwerkgeräte, um schnellstmöglich die für KI-Infrastruktur erforderlichen Komponenten zu sichern, was dazu führte, dass einige große Softwareverträge nicht wie erwartet abgeschlossen werden konnten.

Dieses Signal deutet darauf hin, dass der Investitionszyklus für Künstliche Intelligenz die Ausgaben im gesamten IKT-Markt nicht automatisch ausweitet, sondern beginnt, Teile der Softwarebudgets zu verdrängen. Wenn Unternehmen zwischen Anwendungslizenzen und begrenzter Recheninfrastruktur wählen müssen, erhalten Chips, Speicher, Stromversorgung und Rechenzentrumskapazitäten oft Vorrang. Besonders deutlich wird dieser Druck im Großrechnergeschäft: Großkunden, die traditionell auf langfristige Upgrades und komplexe Softwareverträge angewiesen sind, verschieben solche Entscheidungen nun. Dies bedeutet, dass Chief Financial Officers und Chief Technology Officers KI nicht mehr als zusätzliche experimentelle Ausgabe betrachten, sondern als Projekt, das die Investitionsprioritäten neu ordnet.

Die Softwarebranche steht daher unter neuem Druck durch generative KI. KI-Tools zur Codeerstellung, Automatisierung des Kundensupports, Dokumentenanalyse und Datenverwaltung werfen eine Kernfrage auf: Kann das bestehende SaaS-Modell die Preise halten, wenn Kunden bei gleichen oder niedrigeren Gebühren mehr Funktionen erwarten? Anbieter, die KI lediglich als teurere Zusatzoption anbieten, riskieren Ablehnung durch die Nutzer, während Anbieter, die KI in messbare Produktivität umwandeln können, in einer günstigeren Position sind.

Gleichzeitig nimmt die Bedeutung der Cybersicherheit zu. Fortschrittlichere Modelle können Schwachstellen schneller erkennen, erhöhen aber auch den Investitionsdruck der Unternehmen in den Bereichen Abwehr, Code-Überprüfung, Verschlüsselung und Identitätsmanagement. Dies erklärt, warum ein Teil der Budgets nicht nur in Hardware, sondern auch in Sicherheitsplattformen zum Schutz der neuen KI-Infrastruktur fließt. Software, die näher an Sicherheit, Betriebsautomatisierung und Hybrid-Cloud angesiedelt ist, könnte Kürzungen eher entgehen.

Für Unternehmen in Europa und anderen Regionen hat dieser Trend praktische Bedeutung. Die Budgets für 2026 und 2027 können nicht mehr als separate Posten für Cloud, Anwendungen, Sicherheit und Infrastruktur aufgestellt werden; KI-Projekte verbinden alle Bereiche zu einer Investitionsentscheidung. Wenn die Preise für Speicher und Server weiter steigen, müssen Unternehmen die Rendite jedes Softwarelizenzvertrags präziser nachweisen, und Anbieter müssen zeigen, wie ihre Werkzeuge in reale KI-Workflows eingebunden werden – nicht nur in Demonstrationsprojekte zur digitalen Transformation.

In den kommenden Quartalen wird es entscheidend sein, zwischen aufgeschobenen Verträgen und dauerhaftem Nachfragerückgang zu unterscheiden. Wenn Kunden die Unterzeichnung nur verschieben, bis die Infrastruktur gesichert ist, können Softwareeinnahmen einen Teil der Lücke schließen; wenn die Budgets dauerhaft in Richtung Hardware und Sicherheit verschoben werden, müssen Anbieter ihre Geschäftsmodelle anpassen.

Für Chief Information Officers und Chief Financial Officers ändert dies die Art und Weise, wie Prioritäten gemessen werden. Das früher fast automatische Verlängern von Softwareverträgen steht immer häufiger vor der Frage: Wie viel trägt es konkret zu Automatisierung, Sicherheit oder Umsatz bei? Vor diesem Hintergrund schneiden Plattformen besser ab, die tief mit Daten, Identitäten, Entwicklungstools und bestehenden Geschäftssystemen verbunden sind, während isolierte Anwendungen Kürzungen schwerer standhalten. KI ist nicht mehr nur ein neues Produktivitäts-Add-on, sondern ein Investitionsfilter, den alle anderen Technologieausgaben durchlaufen müssen.

Dieser Druck erstreckt sich auch auf den Bereich der professionellen Dienstleistungen. Kunden verlangen von Integratoren und Beratungsunternehmen kürzere Zyklen, klarere Renditekennzahlen und weniger Projekte, die in der Demonstrationsphase stecken bleiben und nicht in Produktionssysteme überführt werden. Verträge werden zunehmend an Ergebnisse gekoppelt, wie reduzierte Bearbeitungszeiten, Automatisierung bestimmter Prozesse oder geringere Sicherheitsrisiken. In den kommenden Quartalen könnten Softwareunternehmen, die nicht zeigen können, wie sie in die KI-Infrastruktur integriert werden, unter doppeltem Druck stehen: teurere Hardware, die Kapitalbudgets beansprucht, und Kunden, die höheren Wert aus bestehenden Anwendungen erwarten, aber keine proportionalen Preiserhöhungen akzeptieren.

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