Lieferzeiten für US-Stromnetzausrüstung auf drei bis vier Jahre verlängert, Rechenzentrumsprojekte könnten sich verzögern
2026-07-27 16:03
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Die Lieferzeiten für Großtransformatoren haben sich von etwa einem Jahr in den Jahren 2020 und 2021 auf derzeit drei bis vier Jahre verlängert. Daten von Wood Mackenzie zeigen, dass sich auch die Lieferzeiten für Schaltanlagen und Leistungsschalter deutlich verlängert haben; einige Mittelspannungsgeräte benötigen mehr als ein Jahr, während Hochspannungs-Leistungsschalter etwa 125 Wochen benötigen. Diese Knappheit verändert die Art und Weise, wie Rechenzentren gebaut werden. Schätzungen zufolge könnten fast die Hälfte der geplanten Rechenzentrumsentwicklungsprojekte in den USA aufgrund von Engpässen bei der Strom-infrastruktur und elektrischen Komponenten verzögert oder gestrichen werden. Die Situation im Jahr 2026 zeigt, dass Rechenzentren nicht die einzigen Projekte sind, die um diese Geräte konkurrieren.

Transformatoren, Schaltanlagen und Generator-Erregersysteme werden nicht separat für Rechenzentren und Fabriken hergestellt. Die Herstellung von Netzausrüstung ist zu einer strategischen Branche geworden, und Hersteller in Südkorea, Brasilien und Indien bauen ihre Kapazitäten aus. Die Nachfrage kommt von Hyperscale-Computing, Fabriken, erneuerbaren Energieprojekten, Versorgungsunternehmen und anderen großen industriellen Lasten, die alle ihre Ausrüstung aus denselben begrenzten Fabriken für Transformatoren und Schaltanlagen beziehen. Reuters führt den Anstieg der Transformatornachfrage darauf zurück, dass Rechenzentren, Fabriken, Elektrofahrzeuge, erneuerbare Energieprojekte und die Modernisierung der Stromnetze um dieselben Geräte konkurrieren. Dies führt dazu, dass selbst eine Batteriefabrik oder eine Halbleiterfertigungsanlage, die sich in einer fortgeschrittenen Entwicklungsphase befindet, immer noch mit Verzögerungen bei der Inbetriebnahme rechnen muss, wenn die erforderlichen Transformatoren oder Schaltanlagen nicht im Voraus bestellt wurden, da der Engpass vorgelagert zu jedem einzelnen Projektzeitplan liegt.

Die Geräteprobleme beschränken sich nicht nur auf Transformatoren. Die US-amerikanische Federal Energy Regulatory Commission (FERC) lehnte im Juli eine Ausnahmegenehmigung für das etwa 2 Milliarden US-Dollar teure Chestnut-Run-Gasprojekt ab, was zeigt, wie die Knappheit von Gasturbinen mit den Netzanschlussregeln kollidiert. Entwickler versuchten, nachdem sie die ursprünglich vorgeschlagenen Einheiten nicht erhalten konnten, verschiedene Turbinen auszutauschen, aber die FERC war der Ansicht, dass die Zulassung einer solchen Änderung im Rahmen des beschleunigten Prüfverfahrens von PJM anderen Projekten schaden könnte. Entwickler sauberer Energie stehen vor einer Reihe damit verbundener Einschränkungen. Die American Clean Power Association berichtete, dass mehr als 6,4 Gigawatt Kapazität, die für das erste Quartal 2026 erwartet wurden, verschoben wurden, wodurch sich der Rückstau auf 53 Gigawatt erhöhte. Die Entwickler führen dies auf Genehmigungsverzögerungen, Netzanschlusswarteschlangen und Änderungen der Gerätekosten zurück.

Hersteller von Netzausrüstung bauen gleichzeitig in mehreren Ländern ihre Kapazitäten aus. Eaton investiert 340 Millionen US-Dollar in ein Transformatorwerk in South Carolina, das voraussichtlich 2027 die Produktion aufnehmen wird, und über 30 Millionen US-Dollar in eine Mittelspannungs-Schaltanlagenanlage in Nebraska, die voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2027 in Betrieb gehen wird. Laut Reuters erweitern auch Hitachi Energy, Siemens, GE Vernova, Hyosung HICO und WEG ihre Produktionskapazitäten für Transformatoren in den USA. Neue Fabriken benötigen jedoch mehrere Jahre, um die volle Produktion zu erreichen, was bedeutet, dass die aktuelle Knappheit länger anhalten wird als die meisten Expansionspläne. In der Zwischenzeit sichern sich Entwickler aus verschiedenen Branchen zunehmend Jahre vor Baubeginn Gerätebestellungen und betrachten die Beschaffung von Transformatoren und Schaltanlagen als kritischen Pfad, der ebenso wichtig ist wie Finanzierung und Genehmigungen, und nicht als routinemäßiges Bau Detail, das später behandelt wird.

Rechenzentren haben diesen Engpass zuerst offengelegt, da ihr Kapitalfluss fast jeden anderen Industriesektor übertrifft, aber der potenzielle Mangel war nie auf den Bereich der Datenverarbeitung beschränkt. Dieselbe Gerätewarteschlange und dieselben mehrjährigen Lieferzeiten gelten jetzt für Fabriken, erneuerbare Energieprojekte, Versorgungsunternehmen und andere große industrielle Lasten, unabhängig davon, ob die KI-Nachfrage mit ihren Geschäftsmodellen zusammenhängt. Brancheninsider sagen, dass die aktuellen Expansionspläne das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in den USA wahrscheinlich nicht innerhalb von fünf Jahren beseitigen werden. Da sich die industrielle Expansion branchenübergreifend beschleunigt, werden die Lieferzeiten für Infrastruktur – und nicht die Verfügbarkeit von Finanzmitteln oder die Standortwahl – zum entscheidenden Faktor dafür, welche Projekte termingerecht abgeschlossen werden können.

Fotoquelle: Canva Teams

Diese Kurznachricht stammt aus der Übersetzung und Weiterverbreitung von Informationen aus dem globalen Internet und von strategischen Partnern. Sie dient lediglich dem Austausch mit den Lesern. Bei Urheberrechtsverletzungen oder anderen Problemen bitten wir um rechtzeitige Mitteilung, und wir werden die notwendigen Änderungen oder Löschungen vornehmen. Die Weitergabe dieses Artikels ist ausdrücklich ohne formelle Genehmigung verboten.E-Mail: news@wedoany.com