de.wedoany.com-Bericht: Die Universität Nottingham hat die Kaltspritz-Anlage für additive Fertigung mit dem höchsten Druck in Großbritannien in Betrieb genommen. Die Anlage nutzt modernste Technologie und soll die nationale Unterstützung für die Forschung im Bereich der fortschrittlichen Fertigung bieten.

Kaltspritzen (Cold Spray) ist ein Fertigungsverfahren, bei dem feine Metallpulver mit hoher Geschwindigkeit auf eine Oberfläche beschleunigt werden, um Metallbauteile aufzubauen oder zu reparieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren schmilzt das Material während des Auftragens nicht, wodurch thermische Schäden vermieden und die ursprünglichen Materialeigenschaften erhalten bleiben.
Experten der Fakultät für Ingenieurwissenschaften (Faculty of Engineering) der Universität haben in Zusammenarbeit mit dem internationalen japanischen Technologieteam PlasmaGiken das Hochdruck-Kaltspritz-System (High-Pressure Cold Spray system) entworfen und installiert. Dieses System ermöglicht höhere Partikelaufprallgeschwindigkeiten, eine stärkere Bindung zwischen aufgetragenem Material und Substrat sowie die Verarbeitung härterer und anspruchsvollerer Materialien.
Diese Technologie kann zur Reparatur und Wiederaufarbeitung von Hochwertkomponenten in der Luft- und Raumfahrt, der Fusionsenergie, der Nuklearindustrie und der Verteidigung eingesetzt werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Fertigungsmethoden senkt sie die Kosten und verbessert die Nachhaltigkeit durch die Reduzierung von Materialabfällen.
Die Anlage befindet sich im Exzellenzzentrum für Beschichtungs- und Oberflächentechnik (Centre of Excellence in Coating and Surface Engineering, CE-CSE) und soll als Kooperationszentrum für Industrie- und Forschungspartner dienen, um die strategischen Ziele Großbritanniens in den Bereichen fortschrittliche Fertigung und saubere Energietechnologien zu unterstützen.
Projektleiter Tanvir Hussain, Professor für Beschichtungs- und Oberflächentechnik an der Universität Nottingham, erklärte, dass das Team nach dreijähriger Entwicklungsarbeit und industrieller Zusammenarbeit stolz darauf sei, die Anlage in Betrieb zu nehmen. Er betonte, dass dies nicht nur eine neue Ausrüstung im Bereich des Kaltspritzens in Großbritannien sei, sondern eine nationale Fähigkeit darstelle, die Ingenieuren und Technikern im gesamten Land Unterstützung für fortschrittliche Fertigungsforschung und industrielle Innovation bieten werde. Die Zusammenarbeit mit der Fachkompetenz der Nottinghamer Wissenschaftler und Industriepartnern werde es dieser nationalen Anlage ermöglichen, Innovationen schnell voranzutreiben und neue Technologieanwendungen zu erkunden.
Das Projekt wird vom Ministerium für Forschung und Innovation (Research and Innovation), der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Nottingham (Faculty of Engineering at the University of Nottingham), der PlasmaGiken Co. Ltd, Rolls-Royce plc., BAE Systems sowie dem Rat für Ingenieur- und Naturwissenschaften (Engineering and Physical Sciences Research Council, EPSRC) gefördert.
Ingenieure der Universität Nottingham haben in jüngster Zeit auch andere Fortschritte in der Spritztechnologie erzielt, beispielsweise die einstufige Entwicklung neuartiger Hochleistungs-Wolfram-Kupfer-Metallbeschichtungen mittels Plasmaspritzen für zukünftige Plasma-Wand-Komponenten (Plasma Facing Components, PFC) mit hoher Wärmeflussdichte (High Heat Flux, HHF), insbesondere für Divertor-Targetplatten.










