de.wedoany.com-Bericht: Braskem arbeitet mit Lallemand Biofuels & Distilled Spirits (LBDS) zusammen, um die Kommerzialisierung einer Bioaceton-Produktionsplattform voranzutreiben, die ein erneuerbares Produkt als direkten Ersatz für fossiles Aceton bietet – ohne dass Kunststoffhersteller ihre Rezepturen anpassen müssen.
Die Technologie wurde über fünf Jahre entwickelt und steht nun der US-amerikanischen Ethanolindustrie zur Verfügung. Maisethanol-Produzenten können Bioaceton als Nebenprodukt herstellen, während sie ihre bestehende Ethanolproduktion beibehalten.
Die Partnerschaft nutzt die ausgereifte Aceton-Technologie und den weltweiten Markt von über 8 Millionen Tonnen pro Jahr, um die wachsende Nachfrage der Kunststoffindustrie nach nachhaltigen Chemikalien zu decken. Braskem übernimmt den gesamten Vertrieb und die Marktentwicklung für Bioaceton und bietet Ethanol-Produzenten damit einen garantierten Abnahmeweg und eine neue Einnahmequelle, um Marktschwankungen zu begegnen.
Craig Ammann, Vice President of Business Development bei LBDS, erklärte, dass die Kombination der Expertise von LBDS in den Bereichen Hefe und Fermentation mit dem Wissen von Braskem bei Biochemikalien und Biopolymeren eine natürliche Passung sei. LBDS bediene Ethanol-Produzenten seit Jahrzehnten und habe stets nach Lösungen gesucht, die deren Gewinnmargen verbessern und sie vor Marktschwankungen schützen. Dies sei ein einzigartiger Ansatz auf der Grundlage strategischer Zusammenarbeit.
Die Technologie kombiniert die proprietäre Fermentationstechnologie von LBDS – die einen gentechnisch veränderten Hefestamm einsetzt, der während der Fermentation Bioaceton produziert – mit dem zusätzlichen Rückgewinnungssystem von Braskem, das Bioaceton von Ethanol trennt. Dieser modulare Ansatz ermöglicht es bestehenden Ethanolanlagen, ihre Bioaceton-Produktionskapazität ohne größere Infrastrukturumbauten oder Betriebsunterbrechungen zu erweitern.
Bioaceton kann als direkter Ersatz für erdölbasiertes Aceton in verschiedenen kunststoffbezogenen Anwendungen eingesetzt werden, darunter Acrylharzproduktion, Farben und Beschichtungen, Klebstoffe, Kosmetik und Körperpflegeprodukte. Dieses 100 % erneuerbare Material ist benzolfrei, phenolfrei und durch C14-Tests verifizierbar, erfüllt Nachhaltigkeitsanforderungen und erfordert keine Neuformulierung bestehender Produkte oder Änderungen an Produktionsprozessen.
Cirilo Vieira, Director of Business Development für Erneuerbare und Biochemikalien bei Braskem, erklärte, dass das LBDS-Team seine Expertise bei Hefen und umfangreiche Erfahrung in der Ethanolindustrie einbringe, die zusammen mit der Erfahrung von Braskem bei Chemikalien und Bioprodukten diese Partnerschaft zum Erfolg mache. Braskem sei bestrebt, seinen Kunden diese nachhaltige Aceton-Alternative anzubieten, ein wichtiger Schritt der petrochemischen Industrie in eine nachhaltige Zukunft.
Die Bioaceton-Plattform festigt Braskems Position als führender Hersteller von Biopolymeren in Amerika und treibt die Kreislaufwirtschafts-Verpflichtungen des Unternehmens voran. Durch die Übernahme der gesamten Kommerzialisierungs- und Marktentwicklungsverantwortung für Bioaceton eliminiert Braskem das Marktrisiko für Ethanol-Produzenten und sichert sich gleichzeitig erneuerbare Rohstoffe für sein nachhaltiges Chemikalienportfolio.
Das Modell der garantierten Nachfrage schafft eine Win-Win-Situation: Ethanol-Produzenten können ihre Einnahmen ohne komplexe Betriebsabläufe diversifizieren, während Kunststoffhersteller erneuerbare Materialien erhalten, die ihren Nachhaltigkeitszielen entsprechen. Mit Industriebetrieben in Brasilien, den USA, Mexiko und Deutschland sowie Exporten in rund 70 Länder kann Braskem den Bioaceton-Verkauf weltweit ausweiten.
Die Markteinführung der Technologie erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Kunststoffhersteller zunehmend unter Druck stehen, erneuerbare Materialien einzusetzen und ihren CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Die direkte Kompatibilität von Bioaceton beseitigt Einführungshürden und ermöglicht sofortige Nachhaltigkeitsverbesserungen ohne Kapitalinvestitionen oder Lieferkettenunterbrechungen – ein entscheidender Vorteil in einem kostensensiblen Markt, der nach praktikablen Wegen zur Dekarbonisierung sucht.










