Lenzing plant Schließung der Werke in Grimsby bis Ende 2027 und Neuausrichtung des Textilgeschäfts
2026-08-03 14:25
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de.wedoany.com-Bericht: Der österreichische Faserhersteller Lenzing AG hat angekündigt, die Produktion in seinem Faserwerk in Heiligenkreuz, Österreich, bis Ende 2026 schrittweise einzustellen und das Werk in Grimsby, Großbritannien, bis Ende 2027 zu schließen. Diese Optimierung des Produktionsfußabdrucks ist Teil der neuen Unternehmensstrategie „Grow Nonwovens, Reset Textiles“, die darauf abzielt, das Nonwovens-Geschäft auszubauen, das Textilgeschäft neu aufzustellen und den Zellstoffbereich weiter zu stärken.

Lenzing erklärte, dass diese Transformation ausgewählte Kernproduktionsstandorte stärken werde, darunter das Flaggschiffwerk in Lenzing, Österreich, während gleichzeitig eine stabile und zuverlässige Versorgung der Kunden sichergestellt werde. Parallel zur Werksschließung evaluiert das Unternehmen strategische Optionen für die betroffenen Werke, einschließlich möglicher Veräußerungen oder anderer werterhaltender Maßnahmen. Sollten keine tragfähigen Ergebnisse erzielt werden, werde eine strukturierte und geordnete schrittweise Stilllegung umgesetzt, mit Fokus auf Sicherheit, Versorgungszuverlässigkeit, Kontinuität für Kunden sowie soziale und ökologische Verantwortung.

CEO Georg Kasperkovitz erklärte, dass Lenzing mit „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ das Unternehmen entschlossen neu positioniere, um in einem sich wandelnden Marktumfeld langfristigen Erfolg zu erzielen. Durch ein integriertes, schlankes Premium-Produktportfolio, gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit und eine starke Pipeline eigener Innovationen schaffe das Unternehmen die Grundlage für profitables Wachstum sowie ein fokussierteres und widerstandsfähigeres Lenzing. Er fügte hinzu, dass diese Transformation den Hauptproduktionsstandort in Lenzing, Österreich, stärken und ihn zu nachhaltiger Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit in der Zukunft verhelfen werde.

Die Strategie zielt darauf ab, angesichts sich verändernder Marktbedingungen für Viskosefasern die Wettbewerbsfähigkeit, Rentabilität und die Rendite auf das investierte Kapital zu steigern. Lenzing plant, das Textilgeschäft neu aufzustellen und sich gleichzeitig stärker auf Nonwovens-Anwendungen zu konzentrieren, gestützt auf proprietäre Technologien wie TreeToTextile, LENZING™ Nonwovens-Technologien und fortschrittliche Filamentlösungen. Im Rahmen der Strategie plant Lenzing zudem, bis 2030 ein deutliches organisches Wachstum im Nonwovens-Geschäft zu erzielen.

Das Unternehmen hat Investitionen in Höhe von 23 Millionen Euro (26 Millionen US-Dollar) zugesagt, um die Nonwovens-Kapazitäten an seinem österreichischen Standort zu erweitern und das Produktionswerk in Mobile, Alabama, zu einem Spezial-Nonwovens-Standort auszubauen. Im Textilbereich wird sich das Unternehmen auf differenzierte Premium-Segmente und strategische Kundenpartnerschaften konzentrieren und gleichzeitig die Exposition gegenüber Standard-Viskosefasern und anderen Massentextilprodukten weiter reduzieren.

Die Transformation umfasst zudem ein verstärktes Performance-Programm mit dem Ziel, bis Ende 2027 Einsparungen von 120 Millionen Euro gegenüber den tatsächlichen Kosten von 2025 zu erzielen, einschließlich der zuvor angekündigten Personalkosteneinsparungen von 45 Millionen Euro. Lenzing gab an, dass das Programm voraussichtlich eine EBITDA-Verbesserung von rund 150 Millionen Euro bringen werde, mit einem mittelfristigen EBITDA-Margenziel von 20–25 % und einer Verschuldungsquote von unter 2,5x.

Die weltweite Mitarbeiterzahl von Lenzing wird voraussichtlich von rund 8.100 Mitarbeitern (7.700 Vollzeitäquivalenten) Ende 2025 bis Ende 2027 deutlich reduziert. Die Stellenstreichungen werden sich hauptsächlich auf die Mitarbeiter in Heiligenkreuz, Grimsby und Purwakarta, Indonesien, auswirken sowie auf die zuvor angekündigte konzernweite Reduzierung von 600 Stellen in den Bereichen Vertrieb, Allgemeine Verwaltung (SG&A). Für die betroffenen Mitarbeiter in Heiligenkreuz gilt der bestehende Sozialplan, während in Grimsby Gespräche mit Mitarbeitervertretern und Interessengruppen über Unterstützungsmaßnahmen geführt werden. Für den indonesischen Standort sind im dritten Quartal 2026 mitarbeiterbezogene Effizienzmaßnahmen geplant.

Kasperkovitz erkannte die Auswirkungen auf die Mitarbeiter an und erklärte, dass er volles Verständnis dafür habe, dass die schrittweise Stilllegung eine schwierige, aber notwendige Entscheidung sei. Er betonte, dass die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern von großer Bedeutung sei und dass derzeit konstruktive Gespräche mit den Mitarbeitervertretern über bestehende Sozialpläne und notwendige Maßnahmen im Rahmen der geltenden lokalen Regelungen geführt würden. Zur Unterstützung der Transformation plant Lenzing, seine Finanzstruktur durch eine Kapitalerhöhung von bis zu 300 Millionen Euro (vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre), neue Finanzierungsvereinbarungen von bis zu 300 Millionen Euro sowie die Verlängerung bestehender Schuldenlaufzeiten bis 2030 zu stärken. Das Unternehmen erklärte, dass dieses Refinanzierungspaket die finanzielle Flexibilität zur Umsetzung seiner Strategie bieten und gleichzeitig die langfristige Finanzlage stärken werde.

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