Türkische Koç-Universität fertigt mit 3D-Druck sensorische Reparaturteile für antike Amphoren
2026-08-04 11:20
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de.wedoany.com-Bericht: Ingenieure und Archäologen des Manufacturing and Automation Research Center (MARC) und des Mustafa V. Koç Maritime Archaeology Research Center (KUDAR) der Koç-Universität haben eine Methode zur Denkmalpflege entwickelt: Fehlende Teile archäologischer Amphoren werden per 3D-Druck ersetzt, und in die Reparaturteile werden Sensoren eingebettet, um den Zustand der Artefakte zu überwachen.

Ingenieure der Koç-Universität fertigten per 3D-Druck sensorische Reparaturteile für antike Amphoren

Der erste Schritt des Verfahrens ist die Photogrammetrie, bei der Hunderte überlappender Amphorenfotos zu einem dreidimensionalen digitalen Modell zusammengesetzt werden. Die Forscher rekonstruieren die fehlenden Teile im digitalen Modell und fertigen anschließend maßgeschneiderte Füllstücke mittels additiver Fertigung an. Anders als bei herkömmlichen Gipsreparaturen können in diese gedruckten Reparaturteile Sensoren eingebaut werden, die Temperatur, Luftfeuchtigkeit, pH-Wert und physikalische Spannungen erfassen – Faktoren, die bei Keramikartefakten zu Salzwanderung, Verformung und Mikrorissen führen können.

Die Sensoren sind im Reparaturteil selbst eingebettet und nicht an anderer Stelle im Ausstellungsraum platziert, sodass Daten zu einzelnen Artefakten erfasst werden können. Die Forscher testeten die Methode an Artefakten aus zwei Sammlungen: zum einen an einer Günsenin-IV-Amphore, die vom Wrack Çamaltı Burnu I geborgen und im Archäologischen Museum Bandırma in der Türkei (Türkiye) ausgestellt ist; zum anderen an einer Sammlung von Amphoren von der Amalfiküste, die in der Römischen Villa und Antikensammlung Minori (Minori Villa Romana e Antiquarium) in Italien aufbewahrt wird. Erste Messungen an beiden Standorten zeigten, dass die eingebetteten Sensoren tägliche Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen aufzeichnen und von den Spannungssensoren erfasste Kraftveränderungsmuster erfassen können.

Die Studie wurde im Journal of Cultural Heritage veröffentlicht und konzentriert sich auf die Vorstellung und Bewertung der Methode selbst. Die Autoren geben an, dass Folgearbeiten deren Wirksamkeit, praktische Anwendung und Kosteneffizienz untersuchen werden. Die Methode zielt darauf ab, einen reproduzierbaren Prozess für die Dokumentation, Rekonstruktion und Überwachung archäologischer Keramik bereitzustellen, insbesondere für maritime Artefakte, die aufgrund der Verschlechterung unter Wasserumgebungen häufig eine Einzelfallbehandlung erfordern.

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