Montanhydraulik aus Deutschland übernimmt Kemptener Maschinenfabrik
2026-08-04 11:21
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de.wedoany.com-Bericht: Am 1. August 2026 hat die Montanhydraulik GmbH die KMF Kemptener Maschinenfabrik im Wege eines Asset Deals übernommen. Viele der 185 Beschäftigten werden vom Erwerber übernommen, der Standort Kempten bleibt erhalten.

Die KMF Kemptener Maschinenfabrik GmbH ist seit dem 1. August Teil der Montanhydraulik GmbH. (Bildquelle: Montanhydraulik)

Nachdem die KMF Mitte Januar 2026 beim Amtsgericht Kempten die Eröffnung eines Eigenverwaltungsverfahrens beantragt hatte, ist rund sechseinhalb Monate später der Fortbestand des Hydraulikzylinderherstellers gesichert. Das in Kempten ansässige Unternehmen KMF ist auf Hydraulikzylinder für die Agrartechnik spezialisiert und beliefert seit Jahren namhafte Kunden der Branche. Falkensteg begleitete das Eigenverwaltungsverfahren und den Investorenprozess und schuf die Voraussetzungen für die Übernahme durch einen strategischen Erwerber.

Erweitertes Hydraulikzylinder-Portfolio

Die Montanhydraulik mit Hauptsitz in Holzwickede beschäftigt über 1.100 Mitarbeiter und erzielte im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 260 Millionen Euro. Sie fertigt Hydraulikzylinder und komplette Hydrauliksysteme für den Einsatz in Mobilkranen, im Maschinenbau und in der Industrie. KMF und Montanhydraulik ergänzen sich mit ihren Produktportfolios im Bereich Hydraulikzylinder und bedienen unterschiedliche Größen- und Anwendungssegmente. Für Montanhydraulik erweitert die Übernahme den Absatzmarkt. „Die Übernahme der KMF ist ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung der Gruppe. Wir erweitern gezielt unser Produktportfolio und bündeln die Stärken beider Unternehmen, um unseren Kunden auch künftig beste Voraussetzungen für innovative Hydrauliklösungen zu bieten“, sagt Jens Ennen, CEO der Montanhydraulik-Gruppe. Die Gruppe plant, den bestehenden Geschäftsbetrieb der KMF fortzuführen und die Vertriebswege beidseitig zu nutzen. Kunden beider Unternehmen können künftig auf ein breiteres Produktspektrum zugreifen, das von der Zylinderbaureihe in Kempten bis zu den Großzylindern der Montanhydraulik-Gruppe reicht.

Restrukturierung im laufenden Betrieb

Die Falkensteg Restructuring begleitete den Geschäftsbetrieb im Eigenverwaltungsverfahren. „Entscheidend war, den Geschäftsbetrieb durch Restrukturierungsmaßnahmen so aufzustellen, dass er den Anforderungen des Erwerbers entspricht und ein tragfähiges Investorenkonzept umsetzbar wird“, erläutert Maximilian Schneider, der für die operative Umsetzung verantwortliche Restrukturierungsgeschäftsführer. Das Team passte die Organisationsstruktur, das Logistikkonzept und die Beschaffungsstrategie an und erhöhte die Produktionsflexibilität. Im Laufe des Verfahrens wurden 30 Arbeitsplätze abgebaut; das Unternehmen schloss dazu mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich und Sozialplan ab. Der Geschäftsbetrieb lief während des gesamten Verfahrens ohne Unterbrechung weiter. Insolvenzverwalter Henrik Brandenburg: „Ein besonderer Dank gilt den Kunden und Lieferanten, die die KMF auf ihrem Restrukturierungsweg durch das Eigenverwaltungsverfahren konstruktiv begleitet haben. Ihr Vertrauen war ein wichtiger Grundstein für die erfolgreiche Sanierung und den langfristigen Fortbestand des Unternehmens.“

Der Investorenprozess wurde von Falkensteg Corporate Finance geleitet; von 150 kontaktierten potenziellen Erwerbern reichten acht Investoren ein Angebot ein. Das nun umgesetzte Konzept biete die beste Grundlage für den langfristigen Erhalt des Geschäftsbetriebs, so Nicolas Haan, der den M&A-Prozess verantwortete.

Hauptgründe für die Schieflage der KMF waren die schwache Nachfrage im Hauptabsatzmarkt Agrariindustrie, ein Rückgang der Aufträge und geringere Abrufmengen der Kunden, bei gleichzeitig begrenzt anpassbaren Fixkosten, Produktionsverzögerungen sowie gestiegene Rohstoff- und Energiepreise. Im Geschäftsjahr 2025 beschäftigte das Unternehmen noch rund 185 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von etwa 35 Millionen Euro.

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