de.wedoany.com-Bericht: Brookfield Infrastructure Corp prüft den Verkauf seines kanadischen Erdgaspipeline-Betreibers NorthRiver Midstream. Wie mit der Angelegenheit vertraute Personen mitteilen, könnte der Wert des Unternehmens bei dieser Transaktion rund 7 Milliarden kanadische Dollar (etwa 5 Milliarden US-Dollar) betragen.

Wie die Informanten weiter berichten, hat das Investmentunternehmen in den vergangenen Wochen mit Bankern zusammengearbeitet, um bei potenziellen Käufern die Bereitschaft für einen möglichen Verkauf auszuloten. Da es sich bei den entsprechenden Gesprächen um vertrauliche Beratungen handelt, möchten die Informanten anonym bleiben. Die steigende Nachfrage nach Energieinfrastruktur-Anlagen treibt die Bewertungen in die Höhe und veranlasst einige Eigentümer, über den Verkauf von Geschäftsbereichen nachzudenken, die sie seit Jahren halten.
Die Informanten warnen jedoch, dass eine Einigung über NorthRiver keineswegs garantiert ist und Brookfield Infrastructure das Geschäft letztlich behalten könnte. Sowohl Brookfield Infrastructure als auch NorthRiver lehnten eine Stellungnahme zu dieser Angelegenheit ab.
Laut der Website von NorthRiver betreibt das Unternehmen Pipelines und Verarbeitungsinfrastruktur, um Erdgas aus den Gasfeldern der Montney-Schieferformation in British Columbia und Alberta in größere Leitungen zu transportieren und anschließend an Kunden in Kanada und den USA zu liefern. Brookfield Infrastructure erklärte sich 2018 bereit, diese Förder- und Verarbeitungsanlagen für 4,3 Milliarden kanadische Dollar von Enbridge zu übernehmen und führte sie anschließend unter der Marke NorthRiver Midstream zusammen.
In einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen am 29. April erklärte Sam Pollock, CEO von Brookfield Infrastructure, das Unternehmen wäge ab, ob es weiterhin Wachstumschancen bei NorthRiver verfolgen oder den seiner Aussage nach „recht konstruktiven" Markt für Midstream-Geschäfte nutzen solle. Bei der Veröffentlichung der Geschäftszahlen am Donnerstag wurde NorthRiver weder erwähnt noch diskutiert. Von wenigen Ausnahmen abgesehen werden laufende Verkaufspläne in Telefonkonferenzen zu Geschäftszahlen in der Regel nicht offengelegt.
Energieinfrastruktur-Anlagen ziehen Private-Equity-Unternehmen, Pensionsfonds und Infrastrukturinvestoren an, die stabile Cashflows suchen; auch börsennotierte Midstream-Unternehmen streben nach einer Erweiterung ihrer Netze. In den letzten Jahren stand Kanada der Genehmigung großer, langstreckiger Öl- und Gaspipeline-Projekte zurückhaltend gegenüber, und das Angebot an neuer Infrastruktur ist begrenzt, was die Bewertungen bestehender Midstream-Anlagen stützt. Trotz veränderter politischer Rahmenbedingungen unter der Regierung von Mark Carney dürften große Pipeline-Systeme nur schwer zu replizieren sein.









