de.wedoany.com-Bericht: Goldman Sachs erklärte am Dienstag, dass es erwartet, dass der Brent-Rohölpreis in einer Spanne von 80 bis 90 US-Dollar pro Barrel gehandelt wird, bis ein neues US-iranisches Atomabkommen bestätigt ist oder es zu einer erheblichen Eskalation des Konflikts zwischen beiden Seiten kommt.

Goldman Sachs schätzt, dass der beizulegende Zeitwert von Brent-Rohöl bei etwa 80 US-Dollar pro Barrel liegt, was darauf hindeutet, dass der Markt trotz anhaltender Unsicherheiten bei der Ölversorgung aus dem Nahen Osten derzeit nur eine moderate Risikoprämie einpreist. Am Dienstag notierte Brent-Rohöl nahe 85 US-Dollar pro Barrel, während widersprüchliche Verhandlungssignale zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des fünfmonatigen Krieges den Markt in Unsicherheit versetzten. Zuvor waren die Brent-Preise zeitweise auf ein Niveau von 80 bis Mitte 80 US-Dollar pro Barrel gefallen, nachdem die USA ihren Angriffsplan gegen den Iran verschoben hatten und über Fortschritte bei den Gesprächen über das Verkehrsmanagement in der Straße von Hormus berichtet wurde. Goldman Sachs wies jedoch darauf hin, dass sich der physische Ölmarkt weiterhin verknappt.
Goldman Sachs schätzt, dass die weltweit sichtbaren Ölvorräte in den letzten zwei Wochen täglich um 6,3 Millionen Barrel abgenommen haben, was auf geringere Durchflussmengen im Golf und im Roten Meer, einen Rückgang der russischen Exporte und eine verstärkte asiatische Importnachfrage zurückzuführen ist. Basierend auf Sieben-Tage-Durchschnittsdaten schätzt die Bank, dass die Golf-Ölexporte auf etwa 36 % des Vorkriegsniveaus gesunken sind, während dieser Anteil Anfang Juli noch bei nahezu 80 % lag. Seit die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen die Blockade angekündigt haben, ist die Kapazität beladener Tanker im Roten Meer um 22 % zurückgegangen.
Goldman Sachs schätzt außerdem, dass die saudischen Ölexporte im Jahresvergleich um 2,4 Millionen Barrel pro Tag zurückgegangen sind, obwohl Öltransporte zunehmend über die SUMED-Pipeline in Ägypten umgeleitet werden, was die Auswirkungen der Unterbrechungen der Rotmeer-Route teilweise ausgleicht. Auch das russische Rohölangebot ist in jüngster Zeit rückläufig: In den letzten zwei Wochen sind die Exporte von russischem Rohöl und Kondensat um 1,3 Millionen Barrel pro Tag zurückgegangen. In Verbindung mit wiederholten Unterbrechungen der Verladung am CPC-Terminal im Schwarzen Meer liegen die Verschiffungsmengen deutlich unter dem Normalniveau.









