Deutsches BioRootGuard-Projekt entwickelt 2026 biologisch abbaubare Folie zum Schutz von Baumwurzeln
2026-08-08 11:22
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de.wedoany.com-Bericht: Das Forschungsprojekt BioRootGuard entwickelt eine biologisch abbaubare Kunststofffolie, die in der Pflanzphase von Bäumen das Wurzelsystem schützt, um Fraßschäden durch Engerlinge des Maikäfers und den invasiven Japankäfer zu reduzieren. Diese beiden Schädlinge stellen eine zunehmend ernste Bedrohung für großflächige Wiederaufforstungsmaßnahmen dar.

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Neben klimawandelbedingten Stressfaktoren ist der Fraßschaden an Baumwurzeln durch Engerlinge des Maikäfers sowie die zunehmende Anzahl invasiver Japankäfer zu einem wichtigen Faktor für den Erfolg von Wiederaufforstungen geworden. Aus diesem Grund zielt das Projektkonsortium von BioRootGuard darauf ab, eine biologisch abbaubare Kunststofffolie zu entwickeln, die in der Pflanzphase die Baumwurzeln schützt, die mitunter erheblichen Verluste durch diese Schädlinge reduziert und gleichzeitig negative Auswirkungen auf die Umwelt vermeidet.

Das Projektkonsortium wird von FKuR Kunststoff geleitet und vereint Fachinstitutionen und Industrieunternehmen aus den Bereichen Materialentwicklung, Forstwissenschaft und Umweltforschung, um die Forschungs- und Entwicklungsarbeit voranzutreiben. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und regionale Identität (BMLEH) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige erneuerbare Ressourcen" finanziell unterstützt.

Der Entwicklungsprozess gliedert sich in zwei Phasen: Zunächst wird ein Kunststoffverbundwerkstoff entwickelt, der im Waldboden vollständig biologisch abbaubar ist und keine Rückstände hinterlässt; anschließend wird das Verfahren zur Verarbeitung dieses Materials zu Folien untersucht. Beim Pflanzen junger Bäume wird die Folie um den Wurzelballen platziert, wodurch sie sowohl physischen Schutz bietet als auch eine gesunde Wurzelentwicklung ermöglicht. Nach Ablauf der Schutzphase zersetzt sich die Folie dank ihrer biologischen Abbaubarkeit auf natürliche Weise, ohne dass eine manuelle Entfernung erforderlich ist, wodurch spätere Entsorgungskosten und Arbeitsaufwand eingespart werden.

Neben ihrer Funktion als mechanische Barriere ist die neuartige Folie auch darauf ausgelegt, Engerlinge des Maikäfers aus der Wurzelzone fernzuhalten. Die Wissenschaftler untersuchen natürliche Repellenzien, um eine umweltverträgliche Vergrämung der Larven zu erreichen.

Antje Birkholz, Forschungsleiterin bei FKuR und Projektleiterin von BioRootGuard, erklärt, dass das Projekt darauf abzielt, Pflanzenschutz in der verletzlichsten Phase des Wurzelbereichs zu bieten und nach der Verwendung natürlich biologisch abzubauen, wodurch Materialinnovationen mit den Anforderungen moderner Forstwirtschaft und Gehölzproduktion verbunden werden.

Als Konsortialkoordinator ist FKuR für die Gesamtkoordination des Projekts sowie die Entwicklung biologisch abbaubarer und biobasierter Kunststoffmaterialien verantwortlich und treibt dank seiner Erfahrung in der Entwicklung von Biokunststoffen mit spezifischen Eigenschaften die Umsetzung der Ergebnisse in industrielle Anwendungen voran. Antje Birkholz ergänzt, dass die Entwicklung eines Materials, das sowohl die technischen Anforderungen erfüllt als auch nach dem Ende seiner Nutzungsdauer in den natürlichen Kreislauf zurückkehrt, das Potenzial moderner Kunststoffverarbeitungstechnologie bei der Schaffung neuer Anwendungen demonstrieren wird.

Im interdisziplinären Team ist Kelmaplast G. Kellermann für die Überführung der im Projekt entwickelten biologisch abbaubaren Verbundwerkstoffe in Fertigungsprozesse und die Produktion der Schutzfolien verantwortlich; Hydra Marine Sciences bewertet das Umweltverhalten der Materialien, analysiert deren Abbau in aquatischen Systemen und führt sicherheitsrelevante ökotoxikologische Studien durch; Fraunhofer UMSICHT unterstützt die Materialentwicklung wissenschaftlich und analysiert deren Eigenschaften sowie das biologische Abbauverhalten im Boden; die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) führt Feldversuche durch, um die Schutzwirkung unter realen Bedingungen zu bewerten; das Julius Kühn-Institut (JKI) konzentriert sich auf die Bekämpfung von Japankäferlarven und untersucht die Anwendung dieser Methode in Bereichen wie Forstbaumschulen, Weinbergen und traditionellen Obstplantagen.

Die Laufzeit des BioRootGuard-Projekts erstreckt sich von Juni 2026 bis Mai 2029. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und regionale Identität (BMLEH) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige erneuerbare Ressourcen" gefördert; die Konsortialkoordination übernimmt FKuR Kunststoff, Partner sind Kelmaplast G. Kellermann, Hydra Marine Sciences, Fraunhofer UMSICHT, die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) sowie das Julius Kühn-Institut (JKI).

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