de.wedoany.com-Bericht: Die Startkapazitäten der SpaceX Falcon 9 für Drittanbieter-Kunden werden zunehmend knapp. Eine am 4. August veröffentlichte Analyse der Startdaten zeigt, dass der Anteil der Starlink-Missionen an der Falcon-9-Startliste von 54 % im Jahr 2020 auf rund 79 % im bisherigen Jahr 2026 gestiegen ist; in den letzten Monaten wurden mindestens sieben Raumfahrzeugunternehmen darüber informiert, dass die verschiedenen Falcon-9-Startmissionen bis 2028 oder 2029 ausgebucht sind. SpaceX hat sich zu den entsprechenden Kapazitätsplanungen bislang nicht öffentlich geäußert.

SpaceX verwendet einen größeren Teil seiner Trägerkapazitäten für den Einsatz eigener Starlink-Satelliten. In der Börsenprospektunterlage hat das Unternehmen festgelegt, dass es möglicherweise eigene Nutzlasten gegenüber neuen Regierungsaufträgen der USA oder Drittanbieter-Kunden priorisiert. Der Preis für einen einzelnen Falcon-9-Start ist zudem von rund 54 Millionen US-Dollar im Jahr 2013 auf derzeit rund 74 Millionen US-Dollar gestiegen. Da die verfügbaren Plätze für Drittanbieter abnehmen, müssen Unternehmen, die auf Mitfahrgelegenheiten angewiesen sind, um Kleinsatelliten in die Umlaufbahn zu bringen, ihre Startfenster früher sichern.
Kanada ist weiterhin das einzige G7-Land ohne eigene Weltraumstartfähigkeit; die meisten Orbitalstartmissionen sind auf US-amerikanische Einrichtungen und Trägerraketen angewiesen. Die kanadische Regierung hat im April das „Kanadische Weltraumstartgesetz“ eingebracht, das einen Regulierungsrahmen für die Zertifizierung von Startplätzen, Startgenehmigungen und Wiedereintrittsaktivitäten von Raumfahrzeugen schaffen soll. Das Gesetz befindet sich derzeit in der zweiten Lesung im kanadischen Unterhaus.
Die heimische Startinfrastruktur tritt gleichzeitig in die Investitionsphase ein. Das kanadische Verteidigungsministerium hat im März einen zehnjährigen Leasingvertrag im Wert von 200 Millionen kanadischen Dollar unterzeichnet, um in Kanada eine dedizierte Startrampe zu errichten; der Betreiber Maritime Launch Services muss bis Ende 2026 eine erste Betriebsfähigkeit herstellen. Darüber hinaus hat das Verteidigungsministerium im Rahmen des Programms „Launch North“ mehrjährige Mittel in Höhe von 105 Millionen kanadischen Dollar bereitgestellt, um die erste Betriebsfähigkeit von leichten Trägerraketen bis 2028 zu fördern. NordSpace, die kanadische Raketenfirma und Reaction Dynamics haben in der ersten Runde jeweils bedingte Förderungen in Höhe von 8,3 Millionen kanadischen Dollar für Trägerraketen-Prototypen und Testarbeiten erhalten.
Die Forschungs- und Entwicklungsfortschritte der drei Unternehmen sind unterschiedlich. NordSpace treibt die Tundra-Orbitalträgerrakete voran, mit dem Ziel, 2028 einen Orbitalstart durchzuführen; Reaction Dynamics entwickelt die Trägerrakete Aurora-8; die kanadische Raketenfirma plant, ihr Design für eine Mittelklasse-Trägerrakete zu erweitern, rechnet jedoch noch mit etwa acht Jahren bis zum Erststart.
Kanadische Satellitenprojekte, die bereits frühzeitig Falcon-9-Missionen gesichert haben, sind kurzfristig relativ begrenzt betroffen. Die kanadische Regierung hat am 4. August Telesat einen ersten Vertrag über rund 2,3 Milliarden kanadische Dollar zugesprochen, um die Erweiterung seiner Niedrigorbit-Satellitenkonstellation um 69 Satelliten zu unterstützen, wodurch sich die Gesamtzahl von 156 auf 225 Satelliten erhöht. Telesat gab an, dass diese Satelliten mit bereits reservierten Falcon-9-Raketen gestartet werden; für eine der Raketen muss noch eine Startdienstleistungsvereinbarung abgeschlossen werden. Die entsprechenden Missionen sind für die Zeit vor dem Start der globalen Dienste im ersten Quartal 2028 geplant.





















