de.wedoany.com-Bericht: Am 11. August veröffentlichte die kenianische staatliche Stromgesellschaft Kenya Power Netzdaten, wonach der Anteil variabler erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarenergie an der gesamten installierten Kapazität des nationalen Stromnetzes 20 % überschritten hat. Die Schwankungen der Stromerzeugung beeinträchtigen zunehmend die Netzstabilität und die Zuverlässigkeit der Stromversorgung. Das von dem Unternehmen verwendete Referenzlimit liegt bei 15 % der stabilen Netzkapazität; der aktuelle Einspeiseanteil in Kenia hat diesen Wert bereits überschritten.

Während der etwa 1900 Megawatt betragenden Tageslastspitze erreichen Wind- und Solarenergie einen Anteil von 34 % an der Stromversorgungsstruktur; wenn die Systemlast auf etwa 1200 Megawatt sinkt, steigt der Anteil auf 36 %. Nach plötzlichen Anstiegen oder Abfällen der Einspeisung aufgrund von Windgeschwindigkeits- und Sonneneinstrahlungsänderungen muss das Netz andere Stromquellen zur Ergänzung oder Aufnahme von Leistung einsetzen, um das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage sowie die Stabilität von Systemfrequenz und -spannung aufrechtzuerhalten.
Die bestehenden Stromabnahmeverträge in Kenia basieren hauptsächlich auf dem „Take-or-Pay"-Mechanismus. Selbst wenn das System nicht die gesamte Strommenge benötigt, muss Kenya Power die Wind- und Solarstromerzeuger vertragsgemäß bezahlen und gleichzeitig die Kosten für den Einsatz zusätzlicher Einheiten zur Stabilisierung des Netzes tragen. Das Unternehmen erklärte, dass die durch den erhöhten Einsatz von Reserveeinheiten entstehenden Kosten letztlich in die gesamten Stromversorgungskosten einfließen.
Kenya Power schlägt vor, das Angebot an stabilen Stromquellen wie Geothermie und Wasserkraft zu erhöhen. Die bestehende Geothermie-, Wasserkraft-, Stromimport- und Wärmekraft-Struktur in Kenia macht etwa 80 % der Stromversorgung aus. Zu den künftigen stabilen Stromquellen gehören das 61-Megawatt-Geothermieprojekt Olkaria I, das 80-Megawatt-Geothermieprojekt Olkaria VII, zwei Menengai-Geothermieprojekte mit je 35 Megawatt, der Stromimport von 200 Megawatt aus Äthiopien sowie das 100-Megawatt-Projekt Paka Silali.
Der kenianische „Nationale Energievertrag 2025–2030" hat die Modernisierung von Übertragungs- und Verteilungsanlagen, intelligente Netze und Netzverstärkungstechnologien in die Stromkapazitätserweiterungsplanung aufgenommen und die Installation von 400 Megawatt Batteriespeicherkapazität bis 2030 vorgesehen. Das Dokument nennt zugleich das Fehlen eines Regulierungsmechanismus für Hilfsdienste und die unzureichende Übertragungskapazität in einigen Regionen als Hemmnisse für den weiteren Netzanschluss von Wind- und Solarenergie.





















