US-amerikanisches ExxonMobil leitet internationale Schiedsklage gegen EU-Verpflichtungen zur Kohlenstoffspeicherung ein
2026-08-12 15:30
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de.wedoany.com-Bericht: ExxonMobil fordert die verbindlichen Verpflichtungen zur Kohlenstoffspeicherung im EU-„Netto-Null-Industrie-Gesetz“ im Rahmen eines internationalen Schiedsverfahrens heraus. Das Unternehmen hat bei der Europäischen Kommission eine Mitteilung zur Investor-Staat-Streitbeilegung (ISDS) eingereicht.

ExxonMobil fordert EU-Mandate zur Kohlenstoffspeicherung in internationalem Streit heraus – Carbon Herald

Der Streit wird auf Grundlage des Vertrags über die Energiecharta (ECT) eingeleitet. Beschwerdeführer sind mehrere in Belgien, Luxemburg und dem Vereinigten Königreich registrierte Tochtergesellschaften von ExxonMobil. Obwohl das Unternehmen die Technologie zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) seit langem öffentlich befürwortet, heißt es in der Mitteilung, dass das von der EU gesetzte Ziel, bis 2030 eine jährliche CO₂-Speicherkapazität von 50 Millionen Tonnen zu erreichen, aufgrund komplexer Genehmigungszeitpläne und Marktbedingungen nicht umsetzbar sei.

Die Europäische Kommission bestätigte den Eingang der Mitteilung und erklärte, dass die Bestimmungen des „Netto-Null-Industrie-Gesetzes“ im Einklang mit dem Völkerrecht und den energievertraglichen Verpflichtungen stünden.

Klimaschutzorganisationen und politische Analysten kritisierten diesen Schritt und warfen ExxonMobil vor, den Investor-Staat-Schiedsmechanismus zu nutzen, um die Kosten der Kohlenstoffabscheidung von den fossilen Brennstoffproduzenten auf den öffentlichen Sektor abzuwälzen.

Rechtsexperten weisen darauf hin, dass die Einbeziehung einer britischen Tochtergesellschaft in die Beschwerdeführer von ExxonMobil eine entscheidende strategische Bedeutung hat – sie umgeht das strenge Verbot der EU für Intra-EU-Schiedsverfahren. Da der Europäische Gerichtshof Streitigkeiten zwischen EU-Mitgliedstaaten auf Grundlage des ECT für ungültig erklärt hat, ermöglicht die Nutzung einer britischen Einrichtung nach dem Brexit dem Unternehmen, eine externe Zuständigkeit zu begründen und so einer Ungültigkeitserklärung durch nationale Gerichte zu entgehen.

ExxonMobil erklärte, dass die Entwicklung kommerzieller CCS-Anlagen in der Regel sieben bis zehn Jahre in Anspruch nehme, und forderte politische Anpassungen anstelle verbindlicher Regulierungen, um die Einführung der Kohlenstoffspeicherung voranzutreiben.

Umweltorganisationen wiesen hingegen darauf hin, dass ExxonMobil zuvor massiv bei europäischen Regierungen für milliardenschwere CCS-Subventionen lobbyiert habe und dieses Schiedsverfahren eine Strategie zur Verzögerung verbindlicher Dekarbonisierungsanforderungen sei.

Dieser Fall verdeutlicht zudem die anhaltenden Spannungen im Zusammenhang mit der „Sunset-Klausel“ des Vertrags über die Energiecharta – diese Klausel erlaubt es privaten Investoren, auch Jahre nach dem offiziellen Austritt einer Gruppe aus dem Vertrag weiterhin Ansprüche gegen Gastregierungen geltend zu machen.

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