de.wedoany.com-Bericht: Am 11. August haben das brasilianische Bergbauunternehmen Vale und ABB ihre strategische Partnerschaft offiziell ausgeweitet. Geplant ist, Lösungen zur Integration von Automatisierung, künstlicher Intelligenz sowie Informations- und Betriebstechnologie schrittweise in mehreren Eisenerzverarbeitungsanlagen von Vale in Brasilien zu implementieren. Beide Unternehmen nutzen die Demonstrationsanlage Conceição II in Itabira, Minas Gerais, als technologische Vorlage, um die digitale Modernisierung weiterer Produktionsstätten voranzutreiben.

Im Rahmen der Vereinbarung fungiert ABB als Berater, Systemintegrator und Technologieanbieter und ist für die Entwicklung, Validierung, Systeminteroperabilität und skalierte Anwendung fortschrittlicher industrieller Automatisierungs-, Digitalisierungs- sowie IT/OT-Integrationslösungen verantwortlich. Die betreffenden Technologien verbinden Geräte und Steuerungssysteme verschiedener Hersteller und ermöglichen eine zentrale Überwachung der Aufbereitungsprozesse, des Anlagenbetriebs und der Produktionsqualitätsdaten. Künstliche Intelligenz unterstützt zudem bei der Anpassung von Produktionsparametern, der Erkennung von Störungsrisiken und der Reduzierung ungeplanter Stillstände.
Die Anlage Conceição II ist das erste Demonstrationsprojekt der Zusammenarbeit und verfügt über eine jährliche Eisenerzverarbeitungskapazität von 11,2 Millionen Tonnen. Im Zuge der Modernisierung wurden über 100 Überwachungskameras installiert und rund 7.300 Messgeräte, Sensoren und fortschrittliche Messvorrichtungen angebunden und automatisiert gesteuert. Die Datenplattform ermöglicht die Echtzeitverwaltung und -optimierung von mehr als 400 Variablen im gesamten Eisenerzverarbeitungsprozess.
Seit der Einführung der Technologien im Jahr 2024 konnte die Produktionseffizienz der Anlage Conceição II um 25 % gesteigert, die Produktion hochwertiger Erzprodukte für die Direktreduktion um 40 % erhöht und der Eisenverlust in den Tailings um 26 % gesenkt werden. Die Anlage hat ihre geplante Kapazität von 11,2 Millionen Tonnen erreicht, eine deutliche Steigerung gegenüber der Produktionsmenge von 9 Millionen Tonnen im Jahr 2024. Sämtliche kritischen Produktionsentscheidungen werden nun von Expertensystemen unterstützt, wodurch auch der Bedarf an manuellen Eingriffen vor Ort reduziert werden konnte.
Vale hat die digital modernisierte Demonstrationsanlage Conceição II im Juni 2026 offiziell in Betrieb genommen. Das Projekt dauerte rund anderthalb Jahre und umfasste die Umsetzung von 51 Produktionsoptimierungsmaßnahmen, darunter Online-Erzqualitätsanalyse, Fernbedienung von Anlagen, Roboterarmanwendungen, automatische Steuerung von Motoren und Ventilen, Fehlerprognose sowie Echtzeitanpassung der Produktionsabläufe. Die Anlage kann zudem rund 92 % ihres Prozesswassers recyceln.
Nach der Ausweitung der Zusammenarbeit befindet sich die Eisenerzverarbeitungsanlage Brucutu in São Gonçalo do Rio Abaixo, Minas Gerais, bereits in der Technologieimplementierungsphase. Der Produktionsbetrieb mit den betreffenden Technologien ist für Anfang 2027 geplant. Vale beabsichtigt außerdem, das Modell auf weitere Geschäftsbereiche in Minas Gerais und Pará auszuweiten, hat jedoch noch keine vollständige Liste aller Anlagen, den Umfang der schrittweisen Implementierung sowie die Vertragssumme bekannt gegeben.





















