de.wedoany.com-Bericht: Am 13. August gab der türkische Minister für Industrie und Technologie, Mehmet Fatih Kacır, bekannt, dass die im Inland entwickelte Mondsonde des Landes Anfang 2027 starten soll und das an Bord befindliche, inländisch entwickelte Hybridantriebssystem die Tests abgeschlossen hat. Die Mission wird von der türkischen Raumfahrtagentur geleitet und ist das erste Tiefraumforschungsprojekt der Türkei.

Die Sonde wird vom Institut für Weltraumtechnologien des Wissenschafts- und Technologieforschungsrats der Türkei entwickelt, wiegt etwa 3,5 Tonnen und hat einen Inlandsanteil von über 80 %. Dem Missionsplan zufolge wird die Sonde nach der Trennung von der Trägerrakete mithilfe ihrer eigenen Lageregelungs- und Antriebssysteme in eine Mondumlaufbahn eintreten und dort Untersuchungen zur Mondoberflächenbildgebung, Oberflächenmerkmalen, lokalen Magnetfeldern, Strahlungsumgebung und potenziellen Wasserressourcen durchführen.
Die Sonde ist mit sechs Arten wissenschaftlicher Nutzlasten ausgestattet, von denen drei in der Türkei eigenständig entwickelt wurden; die übrigen Nutzlasten werden durch internationale Zusammenarbeit entwickelt. Zur Bordausrüstung gehören Videokameras, visuelle Navigationssysteme, Strahlungsdosimeter, Strahlungskalorimeter sowie zugehörige Messinstrumente. Flugcomputer, Stromverteilung, Kommunikation, Thermalkontrolle, Reaktionsräder und Strukturkomponenten werden ebenfalls hauptsächlich von türkischen Einrichtungen übernommen.
Das Hybridantriebssystem wurde vom türkischen Unternehmen DeltaV Space Technologies entwickelt. Diese Technologie kombiniert Feststofftreibstoff mit flüssigem Oxidationsmittel und wird für Tiefraummanöver nach dem Eintritt der Sonde in die Mondumlaufbahn eingesetzt. Die türkische Raumfahrtagentur hatte zuvor bekannt gegeben, dass das von DeltaV entwickelte zweistufige Hybridraketensystem bei Tests eine Flughöhe von über 200 Kilometern erreicht hat.
Der Wissenschafts- und Technologieforschungsrat der Türkei gab im Juni dieses Jahres bekannt, dass die Sonde innerhalb des Jahres 2027 zu ihrer Mondmission aufbrechen soll. Nun hat Kacır das Startfenster weiter auf Anfang 2027 präzisiert, jedoch wurden die konkrete Trägerrakete, der Startplatz und das Startdatum noch nicht bekannt gegeben.
Die Türkei baut derzeit außerdem einen Äquatorial-Weltraumbahnhof in Somalia. Das Projekt hat Machbarkeitsstudie und Designarbeiten abgeschlossen und befindet sich in der ersten Bauphase. Nach Fertigstellung des Startplatzes soll er für Missionen türkischer eigener Satelliten, Sonden und Trägerraketen genutzt werden, jedoch ist nach derzeitigen Informationen noch nicht bestätigt, ob die Mondsonde 2027 von dieser Einrichtung starten wird.





















