Brasilianisches Unternehmen Arauco investiert 4,6 Mrd. USD in Zellstoffwerk – 3,5 Mio. Tonnen Produktion ab 2027

2026-08-17 15:27
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Das Unternehmen Arauco treibt den Bau des Zellstoffwerks Sucuriú in Inocência im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul voran. Das Projekt umfasst Gesamtinvestitionen von 4,6 Mrd. USD (ca. 25 Mrd. BRL) und ist auf eine jährliche Produktion von 3,5 Mio. Tonnen Zellstoff ausgelegt – eines der größten privaten Investitionsvorhaben im brasilianischen Agrarsektor.

Das Sucuriú-Projekt ist das erste Engagement von Arauco im brasilianischen Zellstoffgeschäft und zugleich die größte Investition in der Unternehmensgeschichte. Das Werksgelände umfasst rund 3.500 Hektar und liegt unmittelbar am Rio Sucuriú; der dazugehörige Forstbetrieb verfügt über etwa 400.000 Hektar Eukalyptusplantagen. Die Geländevorbereitung wurde 2024 aufgenommen. Nach Angaben des Unternehmens vom Juli 2026 soll das Werk weiterhin Ende 2027 den Betrieb aufnehmen, mit einer nominalen Jahreskapazität von 3,5 Mio. Tonnen Kurzfaserzellstoff.

Der produzierte Zellstoff ist nahezu vollständig für den externen Markt bestimmt. Um den Exportweg zu erschließen, baut Arauco derzeit die eigene Eisenbahnzweigstrecke EF-A35, die an den Rangierbahnhof des Schienennetzes Malha Norte der Firma Rumo angeschlossen wird. Die Gesamtstrecke vom Werksgelände über die Bahn bis zum Hafen von Santos im Bundesstaat São Paulo beträgt rund 1.050 Kilometer; der Hafen von Santos ist der wichtigste Exporthafen für die Produkte.

Diese Zweigstrecke ist zugleich eines der ersten Projekte im Rahmen des neuen Konzessionsmodells für die brasilianische Infrastruktur. Die nationale Landverkehrsbehörde ANTT erklärte, es handele sich um die erste Eisenbahnkonzession unter dem neuen Modell, die tatsächlich in die Bauphase übergegangen sei. Frühere Medienberichte gingen von einer ursprünglich geplanten Streckenlänge von etwa 47 Kilometern aus, zusätzlich zu einer 270 Meter langen Brücke über den Bach São Mateus; die von Arauco veröffentlichten aktuellen Daten nennen dagegen 45 Kilometer Außenstrecke sowie weitere 9 Kilometer Gleise innerhalb des Werksgeländes. Die ANTT bestätigte im Februar den Baubeginn der Zweigstrecke, deren Fertigstellung für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet wird; die Behörde schätzt, dass nach Produktionsaufnahme die jährlichen 3,5 Mio. Tonnen Zellstoff vollständig per Bahn nach Santos transportiert werden.

Nach Angaben des brasilianischen Planungsministeriums (Ministério do Planejamento) belaufen sich die Eisenbahninvestitionen einschließlich Lokomotiven und Waggons auf rund 2,4 Mrd. BRL. Arauco plant den Einsatz von 26 Lokomotiven und etwa 1.000 Waggons mit einer Transportkapazität von rund 9.600 Tonnen Zellstoff pro Fahrt. Das Unternehmen schätzt, dass die Bahn nach Inbetriebnahme täglich rund 190 Lkw-Fahrten ersetzen und die CO₂-Emissionen im Vergleich zum Straßentransport um bis zu 94 Prozent reduzieren kann.

Carlos Altimiras, Präsident von Arauco Brasil, erklärte, die Investition unterstreiche die öffentliche und strategische Bedeutung des Projekts, das die Modernisierung der regionalen Logistik vorantreibe, die Verkehrssicherheit stärke und die Umweltauswirkungen des Betriebs verringere.

Inocência ist eine Stadt mit vergleichsweise geringer Einwohnerzahl, was einen deutlichen Kontrast zur Größe des Projekts bildet. Während der Bauphase werden voraussichtlich mehr als 14.000 Arbeitsplätze geschaffen; nach Produktionsaufnahme sollen in den Bereichen Industrie, Forstwirtschaft und Logistik rund 6.000 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Diese Veränderungen bringen einerseits Druck auf die lokale Bauwirtschaft, den Wohnungsmarkt, Handel, Lebensmittel, Verkehr und Dienstleistungen mit sich, schaffen aber auch neue Chancen. Das Projekt ist Teil des wirtschaftlichen Expansionskurses von Mato Grosso do Sul, der auf Plantagenwirtschaft, Zellstoff und Logistikinfrastruktur basiert.

Das Sucuriú-Projekt umfasst auch ein Energiesystem. Das Werksgelände wird über Biomasse mehr als 400 Megawatt Strom erzeugen, womit der Eigenbedarf der Fabrik gedeckt wird; ein Überschuss von rund 200 Megawatt kann in das brasilianische Verbundnetz (Sistema Interligado Nacional) eingespeist werden. Das Projekt vereint Forstwirtschaft, Zellstoffproduktion, Stromerzeugung und eine eigene Bahnanbindung in einem integrierten Betriebssystem.

Hinsichtlich der Absatzmärkte ist der in Inocência produzierte Zellstoff vor allem für Asien, Europa und Nordamerika vorgesehen. Die Fertigstellung der Eisenbahnzweigstrecke wird für die zweite Jahreshälfte 2027 erwartet und liegt damit weitgehend im Gleichklang mit dem Zeitplan der Werksinbetriebnahme. Sollte dieser Zeitplan eingehalten werden, verbindet die Werksbahn Ende 2027 die Plantagen im Landesinneren von Mato Grosso do Sul direkt mit den internationalen Schifffahrtsrouten ab dem Hafen von Santos.

Diese Kurznachricht stammt aus der Übersetzung und Weiterverbreitung von Informationen aus dem globalen Internet und von strategischen Partnern. Sie dient lediglich dem Austausch mit den Lesern. Bei Urheberrechtsverletzungen oder anderen Problemen bitten wir um rechtzeitige Mitteilung, und wir werden die notwendigen Änderungen oder Löschungen vornehmen. Die Weitergabe dieses Artikels ist ausdrücklich ohne formelle Genehmigung verboten.E-Mail: news@wedoany.com