Donau-Pegel kritisch: Bulgarisches Kernkraftwerk drosselt erstmals seit 52 Jahren die Leistung

2026-08-21 09:39
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de.wedoany.com-Bericht: Am 21. August wird das bulgarische Kernkraftwerk Kosloduj die Leistung von Block 5 vorsorglich um etwa 120 Megawatt reduzieren, was einer Senkung von rund 12 Prozent entspricht. Diese Anpassung ist auf den anhaltend sinkenden Wasserstand der Donau zurückzuführen – es ist das erste Mal in 52 Jahren Betriebsgeschichte, dass das Kraftwerk aufgrund extremer hydrologischer Bedingungen die Stromerzeugung reduziert.

Das Kernkraftwerk Kosloduj ist das einzige Kernkraftwerk Bulgariens. Derzeit sind die beiden sowjetisch konstruierten Druckwasserreaktoren VVER-1000 der Blöcke 5 und 6 in Betrieb, mit einer Einzelleistung von jeweils etwa 1000 Megawatt; sie decken rund 35 Prozent der Stromversorgung des Landes. Die Maßnahme betrifft Block 5 und dient in erster Linie dazu, den Wasserdruck für das Kühlsystem des Kondensators zu verringern und den sicheren Betrieb des Blocks aufrechtzuerhalten.

Das Donauwasser wird zur Kühlung des Dampfes in den Kondensatoren des nichtnuklearen Bereichs des Kraftwerks verwendet und steht nicht in direktem Kontakt mit der Kühlung des Reaktorkerns. Das Flusswasser wird über eine eigene Uferpumpstation des Kraftwerks gefördert, die über eine Entnahmefähigkeit bei niedrigen Wasserständen verfügt. Mit dem weiteren Sinken des Flusspegels werden der Entnahmedurchfluss und die Betriebsbedingungen des Kondensators beeinträchtigt, sodass die Turbinenlast des Blocks entsprechend angepasst werden muss.

Nachdem die anhaltende Dürre in West- und Mitteleuropa im Juli dieses Jahres zu einem kontinuierlichen Rückgang des Donauwasserstands geführt hatte, richtete das Kernkraftwerk Kosloduj eine spezielle Arbeitsgruppe ein und aktivierte Betriebsverfahren für langfristig sinkende Flusspegel, die die Überwachung des Entnahmesystems, die Anpassung der Blocklast und die Sicherstellung der Kühleinrichtungen umfassen. Die bulgarische Energiebehörde erklärte, dass die Prognosen für die Oberlieger-Pegel weiterhin einen sinkenden Trend zeigen.

Der anhaltend niedrige Donauwasserstand hat bereits die Strominfrastruktur mehrerer Anrainerstaaten beeinträchtigt. Das ungarische Kernkraftwerk Paks wurde zuvor auf etwa 25 Prozent seiner Betriebsleistung reduziert; mehrere Wasserkraftwerke in Serbien verzeichnen deutlich geringere Stromerzeugung; auch das rumänische Kernkraftwerk Cernavodă wurde aufgrund beeinträchtigter Wasserentnahmebedingungen abgeschaltet. Die Donau erfüllt gleichzeitig Funktionen für die Kühlung von Kernkraftwerken, die thermische Stromerzeugung, die Wasserkraft und die Binnenschifffahrt – der anhaltend niedrige Wasserstand weitet seine Auswirkungen auf das Stromsystem Südosteuropas zunehmend aus.

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