Irak plant Rohölproduktion von 8 bis 10 Millionen Barrel pro Tag innerhalb von sechs Jahren
de.wedoany.com-Bericht: Am 21. August schlug der Irak vor, die tägliche Rohölproduktion innerhalb der nächsten sechs Jahre auf 8 bis 10 Millionen Barrel zu steigern und strebt eine Ausweitung seiner Produktionsquote im Rahmen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) an. Vor dem Ausbruch des Iran-Krieges lag die tägliche Rohölproduktion des Irak bei etwa 4 Millionen Barrel; das neue Ziel entspricht mehr als einer Verdoppelung dieses Niveaus.

Der irakische Premierminister Ali Farid al-Zaidi erklärte während der achten Bagdad-Dialogkonferenz, dass eine vom Ölminister und Finanzminister geleitete Delegation noch am selben Tag nach Saudi-Arabien reiste, um Gespräche über eine Erhöhung der irakischen OPEC-Quote zu führen. Der Irak hatte zuvor vorgeschlagen, die tägliche Rohölproduktion in den kommenden Jahren auf etwa 7 Millionen Barrel zu steigern; die neue Zielspanne wird nun auf 8 bis 10 Millionen Barrel angehoben.
Ob das Produktionsziel umgesetzt werden kann, hängt neben Investitionen in Ölfelder und der Produktionskapazität auch von den OPEC-Quoten ab. Die Internationale Energieagentur schätzte zuvor, dass die nachhaltige Rohölproduktionskapazität des Irak bei etwa 4,9 Millionen Barrel pro Tag liegt. Die OPEC+ hat DeGolyer and MacNaughton beauftragt, die maximale nachhaltige Kapazität der Mitgliedsländer einschließlich des Irak zu bewerten; die entsprechenden Ergebnisse werden voraussichtlich Ende September dem OPEC-Sekretariat vorgelegt und für die Diskussion über die ab 2027 geltenden neuen Produktionsbaseline verwendet.
Der Irak bemüht sich in den letzten Jahren, internationale Ölunternehmen für den Ausbau der Erschließung im Upstream-Bereich zu gewinnen. BP plant, bis zu 25 Milliarden US-Dollar in die Neuentwicklung von vier großen Ölfeldern in der Region Kirkuk zu investieren; TotalEnergies treibt in Basra ein integriertes Energieprojekt mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 10 Milliarden US-Dollar voran; ExxonMobil hat eine Vereinbarung zur Erschließung des Majnoon-Ölfelds unterzeichnet. Diese Projekte müssen jedoch parallel mit Lager- und Transporteinrichtungen, Wasserinjektionssystemen und Rohöl-Exportkapazitäten vorangetrieben werden, um sich in einen kontinuierlichen Produktionszuwachs umzuwandeln.
Die Exportwege stellen eine weitere Einschränkung des Produktionssteigerungsplans dar. Der Irak weitet den Rohöltransport über den türkischen Hafen Ceyhan aus und untersucht Exportmöglichkeiten über den syrischen Hafen Banias und den jordanischen Hafen Aqaba. Die irakisch-türkische Pipeline transportiert derzeit etwa 170.000 Barrel pro Tag; die im August zwischen beiden Ländern unterzeichnete einjährige Vereinbarung umfasst eine Transitkapazität von 750.000 Barrel pro Tag, während die Auslegungskapazität des Pipelinesystems bei etwa 1,5 Millionen Barrel pro Tag liegt.
Die geplante irakisch-syrische Rohölpipeline befindet sich derzeit in der technischen und finanziellen Studienphase; das vom Irak mit dem Konsortium beteiligter Unternehmen unterzeichnete Dokument ist weiterhin eine Absichtserklärung. Mit dem Projekt vertraute Quellen gehen davon aus, dass der Bau der neuen Pipeline etwa vier Jahre dauern und mindestens 15 Milliarden US-Dollar investiert werden müssten; die geplante anfängliche Transportkapazität liegt bei etwa 2 Millionen Barrel pro Tag.
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