Österreich kündigt Speicher-Offensive an – Photovoltaik-Förderung wird auf Speicher verlagert

2026-08-23 14:04
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de.wedoany.com-Bericht: Das österreichische Wirtschafts- und Energieministerium hat die Eckpunkte einer Reform des Förderrahmens für Photovoltaik und Batteriespeicher vorgestellt. Geplant ist, vor der dritten und letzten Förderrunde, die im Oktober starten soll, ein neu gestaltetes Rahmenwerk einzuführen, das voraussichtlich im nächsten Jahr in Kraft tritt. Zuvor war die Debatte um die Gestaltung des österreichischen Förderrahmens immer heftiger geworden – das Budget der letzten Förderrunde war innerhalb von 33 Sekunden erschöpft, tausende Förderanträge für Photovoltaik- und Batteriespeicher-Investitionen blieben unberücksichtigt.

Am Donnerstag veröffentlichte das Wirtschafts- und Energieministerium die Planungsdetails einer umfassenden Speicher-Offensive. Dem Plan zufolge wird sich der Schwerpunkt der neuen Solarförderung auf Speicher verlagern; in der neuen Netzinfrastrukturplanung sollen Speicherinfrastrukturen ein größeres Gewicht erhalten, und die Genehmigungsverfahren für Batteriespeicher sollen beschleunigt werden. Das Ministerium plant zudem ein eigenes Förderprogramm für intelligente Energiemanagementsysteme (EMS) in Wohn- und Gewerbeanwendungen und erläuterte die Vision für Investitionsförderungen im Rahmen des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes (EAG) ab 2027, wobei das stark umkämpfte „Windhundprinzip“ bei der Antragstellung abgeschafft werden soll.

Nach dem neuen Mechanismus werden Förderanträge erst nach Installation der Anlage und Ausstellung der Rechnung eingereicht – angelehnt an das Prinzip des „Handwerkerbonus“. Die breit angelegte Förderung für kleine Standard-Photovoltaikanlagen wird schrittweise abgebaut; die finanzielle Unterstützung verlagert sich auf Energiemanagementsysteme und intelligente Speicher, um die Eigenverbrauchsquote zu erhöhen und Netzüberlastungen zu reduzieren. Auch die Nachrüstung bestehender Solaranlagen mit Batteriespeichern und EMS wird gefördert. Spezialanwendungen wie gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV), Agri-Photovoltaik, Solarcarports, schwimmende Solaranlagen und Lärmschutzwandanlagen werden weiterhin unterstützt, und der „Made in Europe“-Bonus bleibt erhalten.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer wies darauf hin, dass die Herausforderung nicht darin liege, dass im Sommer zu wenig günstiger inländischer Strom produziert werde, sondern darin, ob dieser Strom bei Bedarf abgerufen werden könne. Bei richtiger Nutzung könnten Speicher günstigen Solarstrom vom Mittag in die teureren Abendstunden verlagern. Das Hauptziel der Regierung sei es, überschüssige Solarstromerzeugung in die Abendspitze zu verschieben und den Bedarf an teuren Stromimporten zu reduzieren. Er fügte hinzu, dass dies mehr gut platzierte Speicher erfordere – von Haushalts- und großen Batteriespeichersystemen bis hin zu Pumpspeicherkraftwerken.

Eine vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Speicherstudie zeigt, dass bis 2030 die Installation von bis zu 8 Gigawatt marktorientierter Speicherkapazität für Österreich wirtschaftlich vorteilhaft ist. Je nach Szenario könnten diese zusätzlichen Batteriespeicher die Großhandelsstrompreise bis 2030 um bis zu 2 Euro pro Megawattstunde senken. Aktuelle Prognosen zeigen, dass in Österreich bereits etwa 3,2 Gigawattstunden Batteriespeicher installiert sind, wobei die meisten Systeme eine Kapazität von unter 50 Kilowattstunden aufweisen, sowie 6,2 Gigawatt Pumpspeicherkapazität.

Auf regulatorischer Ebene hält das Wirtschaftsministerium regulatorische Maßnahmen der österreichischen Energieregulierungsbehörde E-Control für notwendig. Wie die deutsche Bundesnetzagentur arbeitet auch die E-Control an einem neuen Netzentgeltrahmen und entwickelt Standards für systemdienliche Speicher. Das Wirtschaftsministerium betont, dass Anzahl und Ausgestaltung der im aktuellen Entwurf der E-Control vorgesehenen Standards für systemdienliche Speicher überprüft werden müssten; die Rahmenbedingungen müssten praxisnah und ausreichend breit sein, um eine Behinderung des Speicherausbaus durch zu strenge Anforderungen zu vermeiden.

Der Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria (PV&B Austria) begrüßt die Verlagerung des Förderschwerpunkts auf Speicher. Der Verband hat sich seit langem für eine Anpassung des Fördersystems eingesetzt und steht in aktivem Dialog mit dem Wirtschaftsministerium. Allerdings gibt es in der Branche weiterhin Zweifel an der Umsetzung: Hattmannsdorfer hat seit seinem Amtsantritt mehrfach eine Speicher-Offensive angekündigt, diese jedoch noch nicht in die Tat umgesetzt. Die vom Verband im vergangenen Jahr in Auftrag gegebene Speicherstudie hat bereits den dringenden Bedarf an Flexibilität im österreichischen Stromnetz hervorgehoben, und Folgeanalysen haben bestätigt, dass Batteriespeicher Solarstrom wirksam von der Mittagsspitze in die preislich höheren Abendstunden verlagern können.

Vera Immitzer, Geschäftsführerin des Verbands, sagte, die ausdrückliche Anerkennung der Bedeutung von Speichern für das Energiesystem durch die Bundesregierung sei zu begrüßen; entscheidend sei, die angekündigte Speicher-Offensive in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Der Fördermechanismus für das kommende Jahr müsse schnellstmöglich klargestellt werden, die Antragswege sollten einfach sein und frühzeitig geöffnet werden. Sie ist der Ansicht, dass eine bloße Anpassung der Photovoltaik-Förderung nicht ausreiche, um das notwendige Kapazitätswachstum voranzutreiben. Man solle auch weiterhin über Möglichkeiten der Steuererleichterung diskutieren, und forderte die E-Control auf, angemessene und praxistaugliche Rahmenbedingungen für Stromspeicher zu schaffen. Auch die Netzbetreiber sollten Stromspeicher künftig stärker in ihre Netzentwicklungspläne einbeziehen. Immitzer erklärte: „Wir arbeiten gerne weiterhin als Dialogpartner mit dem Ministerium zusammen. Jetzt geht es darum, Worten Taten folgen zu lassen. Die Branche ist bereit – entscheidend ist, die angekündigte Speicher-Offensive tatsächlich umzusetzen.“

Der lokale Solarinstallateur Hansesun kritisierte hingegen die Photovoltaik-Förderung als „völlig unzureichend“ und plädierte für eine einfache steuerliche Absetzbarkeit der Systeme über eine Klimainvestitionszulage. Andreas Müller, Marketingmanager des Unternehmens, erklärte, ohne diese Maßnahmen könnten Kunden weiterhin nicht sicher sein, ob ihre Investitionen gefördert würden.

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