Deutschlands SuedLink-Tunnel durchstochen: 4-Gigawatt-Kapazität geht 2028 in Betrieb

2026-08-22 15:52
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de.wedoany.com-Bericht: Tennet Deutschland hat den Tunnelvortrieb für die Elbquerung von SuedLink abgeschlossen. Der rund 5,2 Kilometer lange Tunnel namens ElbX verläuft von Wewelsfleth in Schleswig-Holstein bis Wischhafen in Niedersachsen und verbindet die beiden SuedLink-Bauabschnitte der beiden Bundesländer.

Die rund 200 Meter lange, eigens für SuedLink gebaute Tunnelvortriebsmaschine startete im Februar 2025 in Wewelsfleth und erreichte im Juni 2026 den Zielschacht in Wischhafen. Nach der Bergung und Demontage der Maschine wird der Tunnel für die anschließenden Kabelverlegearbeiten vorbereitet.

Ina Kamps, Chief Operating Officer von Tennet Deutschland, erklärte, dass mit der ElbX ein entscheidender Baustein für die Realisierung von SuedLink gewonnen wurde; SuedLink ist eines der wichtigsten Projekte der deutschen Energiewende und soll künftig vor allem den im Norden erzeugten Windstrom in die Verbrauchszentren im Süden transportieren.

Im Tunnel werden sechs Kabel verlegt: jeweils zwei Kabel für die beiden SuedLink-Strecken sowie je ein Reservekabel. Die insgesamt rund 700 Kilometer lange Leitung wird von Tennet Deutschland gemeinsam mit TransnetBW errichtet und verfügt über eine Gesamtübertragungskapazität von 4 Gigawatt (GW); sie soll Ende 2028 in Betrieb gehen.

Die wichtigen deutschen Nord-Süd-Übertragungsleitungen werden nach und nach fertiggestellt. Die Übertragungsleitung Ultranet mit einer Übertragungskapazität von rund 2 Gigawatt soll 2026 in Betrieb gehen und wird damit eine der ersten großen Gleichstrom-Übertragungsleitungen sein, die ans Netz gehen; A-Nord mit ebenfalls 2 Gigawatt Nennleistung ist für 2027 geplant; SuedLink soll Ende 2028 mit 4 Gigawatt in Betrieb gehen. SuedOstLink geht ebenfalls zunächst mit 2 Gigawatt ans Netz; die Leitung ist für eine Gesamtkapazität von 4 Gigawatt ausgelegt und soll künftig um ein zweites 2-Gigawatt-System erweitert werden. Diese Gleichstromleitungen werden die Übertragungskapazität zwischen den windreichen Regionen im Norden und den großen Verbrauchszentren im Westen und Süden erhöhen; es wird erwartet, dass die Netzengpässe dadurch abnehmen und der Bedarf an Redispatch und Einspeisemanagement für erneuerbare Energien sinkt.

Diese Nord-Süd-Gleichstromleitungen kommen rund sechs Jahre später als ursprünglich geplant. Die zusätzliche Übertragungskapazität hätte rechtzeitig vor dem Atomausstieg verfügbar sein sollen – gemäß der 13. Novelle des Atomgesetzes (13. AtGÄndG) vom 31. Juli 2011 war der gesetzliche Atomausstieg in Deutschland für Ende 2022 vorgesehen. 2015 entschied die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD auf Betreiben des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU), die großen Gleichstromleitungen vorrangig als Erdkabel zu bauen, was dazu führte, dass ein Großteil der Planungen neu aufgerollt werden musste. Die Umstellung von Freileitungen auf Erdkabel verursachte zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe und war ein wesentlicher Faktor für die rund sechsjährige Verzögerung des Netzausbaus.

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