Deutschland legt Einspeisevergütung für Onshore-Windenergie auf 8,2 Cent pro Kilowattstunde fest
de.wedoany.com-Bericht: Die deutsche Regierung hat die erwartete Förderhöhe für neue Onshore-Windkraftanlagen auf 8,2 Cent pro Kilowattstunde festgelegt und die Stromerzeugungskosten der für diese Anlagen als Reserve vorgesehenen Gaskraftwerke auf 132 bis 366 Euro pro Megawattstunde (etwa 13 bis 37 Cent pro Kilowattstunde) geschätzt; nach den selbst veröffentlichten Regierungsdaten hat die kostengünstige Windenergie bereits gewonnen. Was wirklich ungeklärt bleibt, ist die Zeitdauer von der Genehmigung bis zur Fertigstellung eines Projekts – die Kluft zwischen Preis und Genehmigung ist zum bestimmenden Merkmal der Onshore-Windmärkte in Deutschland und Polen geworden.

Die Nachfrage ist kein Engpass. Bei der deutschen Onshore-Windausschreibung im Februar 2026 gingen 924 Gebote mit einer Gesamtleistung von 7.858 Megawatt ein; die geplante Ausschreibungsmenge betrug 3.445 Megawatt. Die Projekte mit Baureife übersteigen die staatlich vorgesehene Zuschlagsmenge um mehr als das Doppelte. Qualitas Energy erhielt den Zuschlag für 126 Megawatt mit 18 Windkraftanlagen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, die voraussichtlich rund 84.000 Haushalte mit Strom versorgen können; das Unternehmen verfügt in Deutschland zudem über eine Projektpipeline von 3 Gigawatt in der Spätphase.
Auch Kapital stellt keinen Engpass dar. Ørsted hat seine europäische Onshore-Windplattform für 1,44 Milliarden Euro an Copenhagen Infrastructure Partners verkauft; die Plattform umfasst 578 Megawatt in Betrieb befindliche Projekte in Irland, Großbritannien, Deutschland und Spanien sowie 248 Megawatt im Bau. Der Verkäufer verlagert den Schwerpunkt auf Offshore-Wind, der Käufer zahlt diesen Preis für Onshore-Wind, Photovoltaik und Speicher – beide Seiten bestätigen damit aus entgegengesetzten Blickwinkeln dieselbe Tatsache: Diese Vermögenswerte sind finanzierbar, und es gibt zahlreiche Bieter.
Die Fehlallokation ist in Polen am deutlichsten. Auf dem Europäischen Wirtschaftskongress (Kattowitz) erklärte Olga Sypuła, Vizepräsidentin von European Energy und Regionalleiterin für Mitteleuropa, dass sich der Investitionsprozess keinerlei Verbesserung erfahren habe und noch nie so schwierig gewesen sei; jedes Jahr kämen neue Hürden hinzu. Teilnehmer wiesen darauf hin, dass Flugroutenbeschränkungen und neue Leitlinien zur Vogelbeobachtung zu den am schwersten zu umgehenden Hindernissen zählten.
Die Netzanschlussreform sollte das Problem eigentlich entschärfen. Ihre erklärten Ziele – umfassende Transparenz, Ausschaltung von Spekulanten, standardisierte Verfahren – sind unumstritten; das Problem liegt in der Umsetzungswirkung. Sypuła schätzt ein, dass sich tatsächlich nur wenig ändern dürfte. Heute entscheidet die Warteschlangenposition beim Netzanschluss darüber, wann ein Projekt Erträge erwirtschaftet – nicht der Windkraftanlagenpreis.
Während die Genehmigungsdebatte andauert, formiert sich die industrielle Basis weiter. Der polnische Auftragnehmer Enprom hat den Auftrag für die Inbetriebnahme der Onshore-Umspannstation für Baltica 2 in Osieki Lęborskie in der Gemeinde Choczewo gewonnen; die Bauzeit beträgt 21 Monate. Das Unternehmen ist inzwischen am Bau aller vier im Bau befindlichen Offshore-Windparks in der polnischen Ostsee beteiligt. Das Projekt gehört zwar zur Offshore-Windenergie, doch seine Bedeutung liegt darin, dass einheimische Unternehmen im großen Maßstab Hochspannungs-Netzanschlusstechnik erlernen – eine Fähigkeit, die auf den Onshore-Windbau übertragbar ist.
Sypuła fügt dem eine Bedingung hinzu. Sie begrüßt die Anforderung eines lokalen Anteils von 70 Prozent, merkt jedoch an, dass dies Kontinuität im Investitionsprozess und eine mit der Politikrichtung kohärente Gesetzgebung erfordere; Deregulierung lasse keine Fabriken über Nacht entstehen – industrielle Kapazitäten folgen einer verlässlichen Projektpipeline, nicht einer bloßen Ankündigung.
Ob sich die Kluft verringert, lässt sich an drei Punkten beobachten: ob die deutschen Ausschreibungsrunden weiterhin deutlich überzeichnet sind – wäre dies der Fall, läge der Engpass vollständig hinter der Ausschreibungsphase; ob die polnische Netzanschlussreform die Wartezeiten tatsächlich verkürzt, statt lediglich ein neues Warteschlangensystem einzuführen; und ob der lokale Anteil in polnischen Projekten von selbst steigt oder nur unter verbindlichen Vorgaben für bestimmte Projekte.
All dies hat nichts mit den Kosten der Windkraftanlagen zu tun. Bei 8,2 Cent gegenüber dem Drei- bis Vierfachen an Gaskosten hat sich die Windenergietechnologie bereits bewiesen. Was bleibt, sind ausschließlich administrative Fragen – und administrative Fragen sind genau jene, die Regierungen am schnellsten lösen können, wenn sie es denn entschlossen angehen.
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