Goldman Sachs: Bei Eskalation der Angriffe auf die Schifffahrt im Nahen Osten droht Ölpreis-Anstieg auf 120 Dollar

2026-09-08 09:05
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de.wedoany.com-Bericht: Am 7. September erklärte Daan Struyven, Co-Leiter der globalen Rohstoffforschung bei Goldman Sachs, dass der internationale Ölpreis auf bis zu 120 Dollar pro Barrel steigen könnte, falls sich die Angriffe auf Schiffe im Nahen Osten weiter ausweiten und verschärfen. Dieser Preis entspricht dem von Goldman Sachs für eine Verschlechterung der Versorgungsunterbrechungen definierten Aufwärtsszenario und stellt keine Basisprognose des Ölpreises dar. Sollten sich die Rohölexporte aus der Region dagegen normalisieren, sieht das andere Szenario von Goldman Sachs einen Preis von etwa 80 Dollar pro Barrel vor.

Die Einschätzung von Goldman Sachs bezieht sich in erster Linie auf das Risiko weiterer Störungen des Rohöltransports im Nahen Osten. In jüngster Zeit eskalierte der Konflikt zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus erneut, wobei beide Seiten Angriffe auf betroffene Schiffe verübten. Laut Kpler-Daten passierten in den zehn Tagen bis zum 6. September durchschnittlich nur etwa 10 Massengutfrachter pro Tag die Straße von Hormus – der niedrigste Stand seit Mai; am 5. September waren es nur zwei, am 6. September sechs. Im gleichen Zeitraum war auch die Passage großer Rohöltanker deutlich eingeschränkt.

Am 7. September stieg der Preis für Brent-Rohöl zeitweise auf etwa 98 Dollar pro Barrel, während der Preis für West Texas Intermediate auf rund 93 Dollar pro Barrel kletterte – beide auf dem höchsten Stand seit etwa sechs Wochen. Goldman Sachs geht davon aus, dass eine weitere Ausweitung der Unterbrechungen des Seetransports den Ölpreis zusätzlich nach oben treiben könnte; sollte sich die regionale Ausfuhr jedoch allmählich erholen, besteht Spielraum für einen Rückgang des Ölpreises auf 80 Dollar pro Barrel.

Goldman Sachs vertritt zugleich die Auffassung, dass die aktuellen Versorgungsstörungen im Nahen Osten Erdgas und raffinierte Produkte stärker betreffen könnten als Rohöl, und empfiehlt daher, geopolitische Risiken über globale Erdgas- und Dieselkontrakte abzusichern. Struyven erklärte, China könne in einem Umfeld hoher Ölpreise durch eine Anpassung der Rohölimporte eine gewisse Pufferwirkung entfalten, doch fehle den Märkten für Erdgas und raffinierte Produkte ein vergleichbarer Nachfrageregulierungsmechanismus.

Die zentrale Prämisse des 120-Dollar-pro-Barrel-Szenarios ist nicht allein die regionale Spannungslage, sondern die weitere Ausweitung der Angriffe auf die Handelsschifffahrt mit schwerwiegenderen Unterbrechungen des Rohöltransports. Im aktuellen Szenario ergibt sich für Goldman Sachs damit faktisch eine Preisspanne von etwa 80–120 Dollar pro Barrel als Risikorahmen an beiden Enden: Das eine Ende entspricht einer Normalisierung der regionalen Ausfuhren, das andere einer weiteren Verschärfung der Schifffahrtsunterbrechungen.

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