Schottland startet Machbarkeitsstudie für zweite Unterseekabelverbindung zu den Shetlands
de.wedoany.com-Bericht: Am 8. September hat die schottische Regierung eine Machbarkeitsstudie für eine neue Unterseeglasfaserleitung zwischen den Shetland-Inseln und dem schottischen Festland gestartet. Diese Aufgabe wurde in das Arbeitsprogramm des ersten Jahres des Regierungsplans 2026–2031 der schottischen Regierung aufgenommen. Der Untersuchungsumfang umfasst die Identifizierung und Bewertung von Optionen für neue Unterseekommunikationsverbindungen, wobei der Schwerpunkt auf dem Vergleich der Auswirkungen verschiedener Streckenoptionen auf die Redundanzfähigkeit der Breitband- und Mobilfunknetze der Shetlands liegt. Das Projekt befindet sich derzeit in der Machbarkeitsphase; konkrete Landungspunkte, Seekabelrouten, Systemkapazitäten, Investitionsumfang und Bauzeitpläne wurden noch nicht festgelegt.

Die diesjährige Regierungsstudie befasst sich mit einer neuen, physisch unabhängigen Kommunikationsroute zwischen den Shetlands und dem schottischen Festland. Im Jahr 2025 gab es auf den Shetlands zwei Störungen der Unterseekommunikationsverbindungen, wobei eine damit zusammenhängende Kommunikationsunterbrechung 26 Tage andauerte. Aus den Sitzungsprotokollen der örtlichen Gemeinschaft auf den Shetlands geht hervor, dass während der Störungen die lokalen Breitband- und Mobilfunknetze beeinträchtigt waren; auch Postdienste, Geschäftstransaktionen, Kartenzahlungen sowie Teile der häuslichen Gesundheitsversorgung waren von eingeschränkter Kommunikation betroffen.
Die bestehende Kommunikationsinfrastruktur der Shetlands umfasst das von der Kommunalverwaltung gebaute Shetland Telecom Project sowie das North Isles Fibre Project. Ersteres hat bereits ein Glasfasernetz geschaffen, das sich vom südlichen Ende der Hauptinsel der Shetlands, Sumburgh, nach Norden bis zum Öl- und Gasanlagenbereich Graven erstreckt; Letzteres erweitert das Glasfasernetz der Kommunalverwaltung weiter auf die Inseln Yell und Unst und bietet öffentlichen Gebäuden auf den nördlichen Inseln Glasfaseranschlüsse. Gegenstand der diesjährigen Studie der schottischen Regierung ist nicht der Ausbau dieser Insel-Glasfasernetze, sondern eine neue Unterseebackbone-Verbindung von den Shetlands zum schottischen Festland.
VodafoneThree hatte bereits im Juni 2025 eine weitere Machbarkeitsstudie für eine Unterseekommunikationsverbindung zu den Shetlands gestartet, die den Bau eines neuen Hochgeschwindigkeits-Unterseeglasfasersystems vom schottischen Festland untersuchen soll. Das Unternehmen definierte damals das Projektziel ausdrücklich als eine neue Unterseeverbindung zwischen dem schottischen Festland und den Shetlands, die Hochgeschwindigkeitsinternet- und Telekommunikationsdienste abdecken soll. Die Studie wurde nach Gesprächen mit dem Shetland Islands Council im November 2024 vorangetrieben und läuft parallel zum lokalen Ausbau des Shared Rural Network für Mobilfunk.
Derzeit gibt es also zwei parallele Untersuchungsansätze für eine neue Unterseekommunikationsverbindung zu den Shetlands: einen, der von der schottischen Regierung im Rahmen des Regierungsplans 2026–2027 gestartet wurde, und einen weiteren, der von VodafoneThree seit 2025 vorangetrieben wird. Die derzeit verfügbaren öffentlichen Informationen bestätigen weder, ob die beiden Studien dieselbe Route verfolgen, gemeinsame Investitionen vorsehen oder letztlich zu einem gemeinsamen Bauprojekt zusammengeführt werden, noch wurden Verträge mit Seekabelherstellern, Systemintegratoren, ozeanografischen Vermessungsunternehmen oder Kabellege-Schiffen bekannt gegeben.
Die diesjährige Machbarkeitsstudie der schottischen Regierung wird auch die tatsächliche Nutzungsstruktur der bestehenden Leitungen bewerten. Da derzeit nicht alle Telekommunikationsbetreiber dieselben Unterseekommunikationsrouten nutzen, wirkt sich derselbe Seekabelausfall unterschiedlich auf verschiedene Netzbetreiber aus. Die Studie zur neuen Verbindung wird die Diversifizierung der physischen Routen sowie den Netzzugang der bestehenden Betreiber in den Optionsvergleich einbeziehen; eine Entscheidung über Bauinvestitionen wurde bisher noch nicht getroffen.
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