Estland plant, 546 Millionen Euro vorrangig in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion zu investieren

2026-09-09 15:05
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de.wedoany.com-Bericht: Die estnische Regierung prüft derzeit die Verteilung von rund 546 Millionen Euro zusätzlicher Mittel im nächsten EU-Haushaltszyklus 2028–2034, wobei Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion als Schwerpunktbereiche festgelegt wurden. Das estnische Ministerium für Regionalangelegenheiten und Landwirtschaft hat vorgeschlagen, den Anteil produktiver Investitionen zu erhöhen und die Mittel verstärkt in landwirtschaftliche Anlagen, Lebensmittelverarbeitung, Produktionstechnologien, Energieeffizienz, Biosicherheit und Wertschöpfungsstufen landwirtschaftlicher Erzeugnisse zu lenken. Derzeit ist noch nicht endgültig festgelegt, dass die gesamten 546 Millionen Euro in die Landwirtschaft fließen; die genaue Verteilungsquote muss noch von der Regierung entschieden werden.

Nach dem derzeitigen vorläufigen Plan sollen rund 295 Millionen Euro für Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion verwendet werden. Davon entfallen 245 Millionen Euro auf die Bereiche Schweinehaltung, Geflügelfleisch, Eier, Gartenbau, Kartoffeln, Gewächshäuser, Bewässerung, Lagerung und Tierzucht; von diesem Teil der Mittel sind rund 110 Millionen Euro für die Steigerung von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit vorgesehen, einschließlich landwirtschaftlicher Produktionstechnologien, Ressourceneffizienz, Biogas, erneuerbarer Energien und wertschöpfender Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Weitere 50 Millionen Euro sind für Biosicherheit, Bodenverbesserung, Lagerhaltung, Logistik, Lebensmittelsicherheit und den Aufbau von Laborkapazitäten des Staates vorgesehen. Weitere 50 Millionen Euro sollen direkt in Investitionen der Lebensmittelindustrie fließen.

Die für die Lebensmittelindustrie vorgesehene Unterstützung in Höhe von 50 Millionen Euro erstreckt sich über den Siebenjahreszeitraum 2028–2034 und liegt damit unter dem Umfang der entsprechenden Investitionsförderung von rund 78,1 Millionen Euro im aktuellen Haushaltszyklus. Der estnische Landwirtschafts- und Handelsverband hat vorgeschlagen, den Anteil direkter Investitionen in landwirtschaftliche und lebensmittelproduzierende Anlagen zu erhöhen; auch der Minister für Regionalangelegenheiten und Landwirtschaft, Hendrik Johannes Terras, hält die derzeitige vorläufige Mittelausstattung von 295 Millionen Euro für unzureichend und fordert, die Investitionen in Produktionskapazitäten und die Lebensmittelindustrie im endgültigen nationalen Plan zu erhöhen.

Die Branche geht davon aus, dass die öffentlichen Mittel auch zusätzliche Investitionsausgaben der Unternehmen anregen werden. Der estnische Landwirtschafts- und Handelsverband schätzt, dass das Volumen der privaten Investitionen etwa das Doppelte der öffentlichen Fördermittel erreichen könnte, sodass die Gesamtinvestitionen in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion innerhalb von sieben Jahren voraussichtlich 2 Milliarden Euro übersteigen werden. Die entsprechenden Mittel können in den Neu- und Umbau von Bauernhöfen, Gewächshäusern, Lagereinrichtungen, Lebensmittelproduktionslinien, Tiefverarbeitungsanlagen sowie begleitende Energie-, Logistik- und Speichersysteme fließen.

Die Bruttoanlageinvestitionen in der estnischen Landwirtschaft liegen derzeit weiterhin unter dem EU-Durchschnitt. Branchendaten zufolge beliefen sich die Vermögenswerte für Gebäude, Maschinen und Ausrüstung estnischer Agrarbetriebe im Jahr 2024 auf etwa 1.567 Euro pro Hektar, während der EU-Durchschnitt bei etwa 2.456 Euro lag; die landwirtschaftliche Produktion pro Flächeneinheit betrug etwa 1.350 Euro, der EU-Durchschnitt etwa 3.025 Euro. Im Vorjahr überstiegen die estnischen Importe von Agrarerzeugnissen und Lebensmitteln die Exporte um rund 539 Millionen Euro.

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