Daimler Truck, Volvo und Toyota treiben die Skalierung von Wasserstoff-Lkw in Europa gemeinsam voran

2026-09-16 14:35
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de.wedoany.com-Bericht: Am 15. September haben Daimler Truck, die Volvo Group und Toyota gemeinsam mit Unternehmen wie Bosch, Air Liquide, TotalEnergies, TEAL Mobility und MB Energy auf der IAA Transportation 2026 in Hannover, Deutschland, einen Plan für die skalierte Einführung von Wasserstoff-Lkw in Europa vorgestellt. Deutschland soll dabei als erster Demonstrationsmarkt dienen, wobei Fahrzeuge, Wasserstoffversorgung, Wasserstofftankstellen und Betriebsunterstützung als zusammenhängende Glieder erschlossen und die entsprechenden Modelle auf weitere europäische Länder übertragen werden sollen.

Dem gemeinsamen Konzept zufolge planen die beteiligten Unternehmen, Brennstoffzellen-Schwerlastwagen, Fahrzeuge mit Wasserstoffverbrennungsmotor, Lieferketten für flüssigen und gasförmigen Wasserstoff sowie den Aufbau einer Hochleistungs-Wasserstofftankinfrastruktur parallel voranzutreiben. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf Transportanwendungen mit langen Distanzen, hohen Nutzlasten und schneller Betankung; Wasserstoff-Lkw sollen dabei als ergänzender Technologiepfad neben batterieelektrischen Schwerlastwagen positioniert werden. Deutschland gilt derzeit für alle Beteiligten als der erste europäische Markt, der die Voraussetzungen für eine skalierte Einführung bietet, und die betreffenden Unternehmen planen, bis 2030 schrittweise ein vergleichsweise vollständiges kommerzielles Betriebssystem aufzubauen.

Auf der Fahrzeugseite erklärte Daimler Truck, dass die Testfahrleistung seiner Brennstoffzellen-Schwerlastwagen bei Kunden bereits nahezu 600.000 Kilometer erreicht habe. Das Unternehmen plant, ab Ende 2026 zunächst 100 Fahrzeuge der nächsten Generation von Brennstoffzellen-Schwerlastwagen in einer Kleinserie einzusetzen und 2027 Wasserstoffverbrennungs-Schwerlastwagen weiter voranzutreiben. Die Volvo Group verfolgt weiterhin beide Technologiepfade – Brennstoffzelle und Wasserstoffverbrennungsmotor –, deren entsprechende Modelle vor 2030 auf den Markt kommen sollen. Toyota liefert hauptsächlich Brennstoffzellensystemtechnologie, während Bosch sich an der Entwicklung von Brennstoffzellen-Kernkomponenten, gasförmigen Wasserstoffsystemen sowie Technologien zur Betankung mit flüssigem und gasförmigem Wasserstoff beteiligt.

Auf der Infrastrukturseite werden Air Liquide, TotalEnergies, TEAL Mobility und MB Energy gemeinsam mit den Fahrzeugherstellern das Wasserstoffangebot und das Netz von Wasserstofftankstellen ausbauen. Die geplanten Hochleistungs-Wasserstofftankstellen sollen pro Standort und Tag bis zu etwa 100 Schwerlastwagen versorgen können und vorrangig entlang der wichtigsten europäischen Frachtkorridore errichtet werden, sodass der Aufbau der Betankungsinfrastruktur mit dem Tempo der Einführung von Wasserstoff-Lkw synchronisiert wird. Das bestehende deutsche NOW-Förderprogramm hat bereits Projektanträge für mehr als 70 Hochleistungs-Wasserstofftankstellen und rund 800 schwere Nutzfahrzeuge erhalten.

Die beteiligten Unternehmen betrachten die Senkung der Gesamtbetriebskosten über den gesamten Lebenszyklus zugleich als Schlüssel für die skalierte Verbreitung. Dazu gehören die Senkung der Fahrzeugkosten durch höhere Produktionsvolumina, die Senkung der Kraftstoffpreise durch Optimierung der Wasserstoffproduktion und -transportkette sowie die Senkung der Flottenbetriebskosten durch politische Maßnahmen wie Mautvergünstigungen für emissionsfreie Fahrzeuge. Gemäß der EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe müssen die Wasserstoffbetankungsanlagen entlang der grenzüberschreitenden europäischen Frachtkorridore künftig weiter ausgebaut werden, was die Nachfrage nach Hochdruckspeichern, Kompressoren, Flüssigwasserstoffausrüstung, Zapfsäulen und standortbezogenen Steuerungssystemen ankurbeln wird.

Deutschland soll als Ausgangspunkt für die tatsächliche Umsetzung dienen, doch die beteiligten Unternehmen sind der Ansicht, dass auf europäischer Ebene weitere Maßnahmen erforderlich sind. Sie fordern koordinierte Förderprogramme für Fahrzeuge und Wasserstofftankstellen, um die Ziele der Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) zu erreichen. Darüber hinaus setzen sich diese Unternehmen für einen einheitlichen Berechnungsmechanismus für erneuerbare Kraftstoffe, wirtschaftliche Anreize wie Mautvergünstigungen sowie eine stärkere Risikoteilung entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette ein.

Durch die Kombination von Industrieinvestitionen, Infrastrukturaufbau und politischer Unterstützung hoffen die Partner, die Voraussetzungen für eine skalierte Nutzung von Wasserstoff im europäischen Frachtverkehr zu schaffen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Transportbranche, die Sicherheit der Energieversorgung und die Emissionsreduzierung zu verbessern.

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