Erste Transporte radioaktiver Abfälle in der neuen Abfallbehandlungsanlage Tschernobyl abgeschlossen

2026-09-18 19:08
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de.wedoany.com-Bericht: Der Industriekomplex für die Bewirtschaftung fester radioaktiver Abfälle (ICSRM) des Kernkraftwerks Tschernobyl hat nach Abschluss der Abfallbehandlung sieben Verpackungsbehälter mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen offiziell ausgeliefert. Diese Abfälle wurden zur Endlagerung in die eigens dafür ausgestattete Anlage zur oberflächennahen Endlagerung fester radioaktiver Abfälle (ENDSF) überführt.

Der Industriekomplex für die Bewirtschaftung fester radioaktiver Abfälle nahm nach Erhalt der Lizenz der Staatlichen Inspektion für nukleare Regulierung der Ukraine im Mai dieses Jahres offiziell den Betrieb auf. Der neue Komplex dient hauptsächlich der Behandlung fester radioaktiver Abfälle, die sich während des Betriebs des Kernkraftwerks Tschernobyl angesammelt haben und seit 1978 in der Anlage zur Lagerung fester radioaktiver Abfälle aufbewahrt werden.

Das Kernkraftwerk Tschernobyl verfügte ursprünglich über vier Reaktorblöcke vom Typ RBMK-1000, wobei Block 4 bei dem Unfall von 1986 zerstört wurde und die übrigen drei Blöcke 1991, 1996 bzw. 2000 stillgelegt wurden. Darüber hinaus befinden sich auf dem Gelände zwei nahezu fertiggestellte, aber nie in Betrieb genommene Blöcke, die derzeit ebenfalls stillgelegt werden.

Nach Angaben des Kernkraftwerks Tschernobyl umfassen die über Jahre angesammelten Abfälle unter anderem ausgediente persönliche Schutzausrüstung, Dämmmaterial, Kabelisolierungen und Kabel selbst, einzelne Metallkonstruktionen, Boden, Beton, Bewehrungsstahl sowie Ionenaustauscherharze aus Filtern von Wasseraufbereitungssystemen.

Die spezialisierte Anlage zur Extraktion fester radioaktiver Abfälle hat eine Tageskapazität von 3 Kubikmetern. Die extrahierten Abfälle werden in spezielle Transportbehälter verpackt und anschließend über technologische Kanäle zur Heißen Zelle transportiert, wo die Sortierung verschiedener fester radioaktiver Abfälle sowie die Behandlung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle erfolgt.

In dieser Phase wird jede Abfallcharge einer Bestimmung und Überwachung ihrer Strahlungseigenschaften unterzogen. Das System prüft insbesondere, ob potenzielle ionisierende Strahlungsquellen und andere hochradioaktive Abfälle in den Behandlungsprozess gelangen könnten. Nach Abschluss der Charakterisierung werden die Abfälle in 165-Liter-Fässer gefüllt und verdichtet. Abschließend werden die fixierten und verpackten radioaktiven Abfälle zur Entsorgung in die Anlage zur oberflächennahen Endlagerung transportiert.

Die Staatliche Inspektion für nukleare Regulierung der Ukraine genehmigte im Januar letzten Jahres den Probebetrieb der Anlage zur Extraktion fester Abfälle und der Anlage zur Behandlung fester Abfälle auf dem Gelände Tschernobyl. Der Industriekomplex für die Bewirtschaftung fester radioaktiver Abfälle wird größtenteils von der Europäischen Union finanziert und integriert vier Anlagen zur Bewirtschaftung fester radioaktiver Abfälle in einem einzigen technologischen Kreislauf, darunter auch die 2010 in Betrieb genommene Anlage zur Lagerung flüssiger und fester Abfälle für die Zwischenlagerung schwach- und mittelradioaktiver langlebiger Abfälle sowie hochradioaktiver Abfälle.

Darüber hinaus verfügt der Komplex über eine Anlage zur oberflächennahen Lagerung schwach- und mittelradioaktiver kurzlebiger Abfälle mit einem Volumen von 55.000 Kubikmetern, die 30 Jahre lang Abfälle aufnehmen und 300 Jahre lang versiegelt bleiben soll. Der gesamte Komplex gehört zum staatlichen Spezialunternehmen der Ukraine für die Bewirtschaftung radioaktiver Abfälle und befindet sich etwa 130 Kilometer nördlich von Kiew und rund 20 Kilometer von der belarussischen Grenze entfernt.

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