Am 13. Januar gab AstraZeneca die Übernahme des biomedizinischen KI-Unternehmens Modella AI bekannt. Beide Parteien werden ihre Zusammenarbeit vertiefen, um gemeinsam den Einsatz multimodaler KI-Basismodelle und KI-Agententechnologien im globalen Krebsmedikamentenportfolio von AstraZeneca voranzutreiben. Dieser Erwerb markiert einen entscheidenden Schritt in der strategischen Positionierung von AstraZeneca im Bereich KI-gestützter Arzneimittelentwicklung. Ziel ist es, durch die Integration der Technologieplattform von Modella AI die Effizienz in der Krebsmedikamentenforschung zu steigern und die klinische Entwicklungszeit zu verkürzen.

Laut Erklärung wird die generative KI- und Agentenplattform von Modella AI vollständig in das Forschungssystem von AstraZeneca integriert. Deren multimodale Modelle können pathologische Bilder, genomische Daten und klinische Texte zusammenführen, um einen digitalen Analyse-Rahmen für Krebserkrankungen zu schaffen, der präzise Unterstützung für die Zielentdeckung und Patientenstratifizierung bietet. Beispielsweise hat die PathChat-Modellreihe bei der Analyse klinischer Kontexte hohe Genauigkeit gezeigt und kann schnell Schlüsselinteraktionsmuster von Zellen in der Tumormikroumgebung identifizieren. Der Judith-KI-Agent reduziert durch automatisierte biomedizinische Bildanalyse den traditionellen manuellen Analysezyklus von Monaten auf wenige Tage und steigert so die Forschungseffizienz erheblich. AstraZeneca plant, diese Technologien zu nutzen, um klinische Studien zu optimieren, beispielsweise durch KI-gestützte Vorhersagen der Wahrscheinlichkeit, dass Patienten zukünftig für Studien in Frage kommen („prospektives Screening“), um so die Patientenrekrutierungszeit zu verkürzen und das Ausfallrisiko zu mindern.
Die Übernahme wird auch die Positionierung von AstraZeneca im Bereich des ganzheitlichen Krebsmanagements vorantreiben. Die Technologie von Modella AI wird bereits im Screening für Lungenkrebs im Frühstadium eingesetzt. Deren Modelle können in CT-Scans krebsartige Knoten erkennen, die leicht übersehen werden, und so die Früherkennungsrate erhöhen. AstraZeneca könnte auf Basis von KI-Analysen multimodaler Patientendaten Behandlungspläne dynamisch anpassen, beispielsweise die Abfolge von zielgerichteten Medikamenten und Immuntherapien für Lungenkrebspatienten mit bestimmten Genmutationen optimieren. Ein zuständiger Vertreter von AstraZeneca erklärte: „Durch die Integration der Plattform von Modella AI werden wir die Innovation entlang der gesamten Kette – von der Zielentdeckung bis zur kommerziellen Umsetzung – beschleunigen und Patienten präzisere Behandlungsoptionen für Krebserkrankungen bieten.“









