US-Forschungsteam deckt Verschlüsselungslücken bei geostationären Satellitenkommunikationen auf
2026-01-21 17:17
Quelle:University of California,San Diego
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Ein Team US-amerikanischer Informatiker hat in einer Studie festgestellt, dass die Kommunikation über geostationäre Satelliten (GEO) deutliche Verschlüsselungslücken aufweist. Das von Professor Aaron Schulman und Professorin Nadia Heninger von der University of California, San Diego geleitete Team entdeckte durch den Aufbau einer Satellitenantenne und monatelanges Abhören, dass fast die Hälfte der von den Satelliten zur Erde übertragenen Kommunikation unverschlüsselt ist. Dies betrifft sensible Inhalte wie SMS, Sprachanrufe, militärische Informationen sowie Unternehmens- und Bankdaten.

Von links nach rechts: Annie Dai, Aaron Schulman, Keegan Ryan, Nadia Heninger und Monty Zhang. Zhang, Schulman, Ryan und Heninger stammen von der University of California, San Diego. Dai kommt von der University of Maryland, Dave Levin ist ebenfalls von der University of Maryland (nicht auf dem Foto).

Die Studie weist darauf hin, dass geostationäre Satellitenkommunikation zwar eine große Abdeckung bietet, aber unzureichende Verschlüsselungsmaßnahmen aufweist. Dem Team gelang es innerhalb von sieben Monaten, Signale von 39 Satelliten abzufangen, und es deckte unverschlüsselte Übertragungsprobleme bei mehreren Organisationen auf, darunter T-Mobile und Walmart. Beispielsweise waren Teile des Satellitenverkehrs von T-Mobile unverschlüsselt, was das Abhören von SMS- und Sprachanrufinhalten ermöglichte; der Netzwerkverkehr von Walmart Mexiko war ungeschützt, sodass interne E-Mails und Verkaufsdaten abgefangen werden konnten.

Die Forscher betonen, dass zwischen der von Satellitennutzern erwarteten Datensicherheit und der Realität eine deutliche Diskrepanz besteht. Sie haben die betroffenen Organisationen kontaktiert, um die Schwachstellen offenzulegen, und einige Unternehmen dazu veranlasst, Verschlüsselungsfunktionen schnell zu aktivieren. Das Team entwickelte außerdem eine neue Software, die Satelliten automatisch scannen und Signale dekodieren kann, um als Werkzeug für weitere Forschung zu dienen. Derzeit planen sie, den Forschungsbereich zu erweitern und die Kommunikationssicherheit verschiedener Satellitentypen zu untersuchen.

Weitere Informationen: Autoren: Wenyi Morty Zhang et al., Titel: „Don't Look Up: Plaintext-Sensitive Inflight Links on Geostationary Satellites“, veröffentlicht in den Proceedings of the 2025 ACM SIGSAC Conference on Computer and Communications Security (2025).

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