Hannover Medical School entdeckt neuen Biomarker und innovative Therapie für PML-Behandlung
2026-02-12 08:43
Quelle:Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover(LUH)
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Ein interdisziplinäres Team unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Skripuletz aus der Klinik für Neurologie mit Klinischer Neurophysiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat einen Durchbruch auf dem Gebiet der Behandlung der progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) erzielt. Das Team entdeckte, dass das Ausgangsniveau funktioneller, virusspezifischer T-Zellen gegen das JC-Virus im Blut vor der Behandlung als Biomarker zur Vorhersage der Wirksamkeit von Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICI) dienen kann. Die zugehörigen Forschungsergebnisse wurden im „Journal of the American Medical Association (JAMA) Neurology“ veröffentlicht.

Prof. Britta Eiz-Vesper und Prof. Thomas Skripuletz analysieren ein Testergebnis, das virusspezifische T-Zellen im Blut eines PML-Patienten zeigt.

Das Forschungsteam wertete Daten von 111 PML-Patienten aus, die zwischen 2021 und 2024 in 39 Kliniken weltweit mit ICI behandelt wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass Patienten mit nachweisbaren virusspezifischen T-Zellen eine signifikant höhere Ansprechrate auf die ICI-Therapie, eine bessere funktionelle Erholung, eine geringere Viruslast während der Behandlung, eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit und weniger immunvermittelte Nebenwirkungen aufwiesen. Prof. Skripuletz betont: „Diese Erkenntnis liefert eine entscheidende Grundlage für die Optimierung von PML-Behandlungsstrategien.“

Neben der ICI-Therapie entwickelte das MHH-Team auch eine innovative Therapie auf Basis allogener DIAVIS-T-Zellen. Diese T-Zellen stammen aus dem Blut gesunder Spender und können JC-Virus-infizierte Zellen erkennen und angreifen. Für Patienten, denen eigene T-Zellen fehlen, kann diese Therapie die Virusausbreitung wirksam stoppen. Prof. Dr. Britta Eiz-Vesper erklärt: „Das alloCELL-Spendersystem der MHH gewährleistet eine präzise T-Zell-Passung und ermöglicht eine schnelle Bereitstellung des benötigten Therapieprodukts, selbst wenn dem Patienten eigene Abwehrzellen fehlen.“

Derzeit empfiehlt das Forschungsteam, den Bluttest auf virusspezifische T-Zellen in den Standardablauf vor einer PML-Behandlung zu integrieren, um diejenigen Patienten zu identifizieren, die am besten für eine ICI-Therapie geeignet sind. Prof. Skripuletz sagt: „Unser Ziel ist es, diesen Test zu einem weltweit anerkannten Entscheidungshilfeinstrument in der klinischen PML-Versorgung zu machen.“

Veröffentlichungsdetails: Autoren: Nora Möhn et al., Titel: „Virusspezifische T-Zellen und das Ansprechen auf Checkpoint-Inhibitoren bei progressiver multifokaler Leukenzephalopathie“, veröffentlicht in: JAMA Neurology (2026), Zeitschrifteninfo: Archives of Neurology

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