Eine neue Studie, veröffentlicht in Nature Astronomy, liefert entscheidende Hinweise zum Verständnis einer rätselhaften Klasse kosmischer Radioimpulsphänomene, die als „langperiodische Transienten“ bezeichnet werden. Seit ihrer Entdeckung im Jahr 2022 haben diese sich alle paar Minuten bis Stunden wiederholenden Signale Astronomen vor Rätsel gestellt. Die neueste Forschung deutet darauf hin, dass einige dieser Signale von einem speziellen Doppelsternsystem aus Weißen Zwergen und nicht, wie bisher angenommen, von Neutronenstern-Pulsaren stammen könnten.
Klassische Pulsare sind schnell rotierende Neutronensterne, deren Radiostrahlung beim Überstreichen der Erde pulsierende Signale erzeugt. Die neu entdeckten langperiodischen Transienten haben jedoch Rotationsperioden von mehreren Minuten bis Stunden, was den theoretischen Erwartungen der bestehenden Neutronensternmodelle widerspricht. Das Forschungsteam richtete seinen Blick auf einen anderen kompakten Sternkörper: den Weißen Zwerg. Weiße Zwerge sind die Überreste sonnenähnlicher Sterne am Ende ihrer Entwicklung. Ihr Volumen ist mit dem der Erde vergleichbar, aber ihre Masse entspricht fast der der Sonne.
Die Studie konzentrierte sich auf die Analyse einer speziellen langperiodischen Transientenquelle namens GPM J1839-10 mit einer Periode von 21 Minuten. Durch kontinuierliche Beobachtungen mit Radioteleskopen wie ASKAP in Australien, MeerKAT in Südafrika und dem Very Large Array in den USA entdeckte das Team, dass ihre Pulse ein regelmäßiges, sich alle neun Stunden wiederholendes Muster aufweisen. Der Hauptautor der Studie erklärt: „Dieses stabile Muster deutet stark darauf hin, dass das Signal von einem Doppelsternsystem stammt.“ Datenanalyse und Modellierungsergebnisse unterstützen die These, dass das System aus einem Weißen Zwerg und einem M-Zwerg besteht, die sich gegenseitig umkreisen.
Die Forschung entwickelte ein weiteres Modell, das zeigt, dass der magnetische Pol des Weißen Zwergs, wenn er den Sternwind seines Begleitsterns überstreicht, einen Radiostrahl erzeugen kann, dessen Pulsmuster stark mit den beobachteten Daten übereinstimmt. Diese Entdeckung bietet einen neuen Rahmen zum Verständnis der physikalischen Mechanismen langperiodischer Transienten und könnte ein entscheidendes Bindeglied zwischen klassischen Weißzwerg-Pulsaren und diesen langperiodischen Signalen darstellen.
Veröffentlichungsdetails: Autoren: Csanád Horváth et al., Titel: „A binary model for long-period radio transients and white dwarf pulsars“, veröffentlicht in: Nature Astronomy (2026). Journal-Information: Nature Astronomy , arXiv













