Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der University of British Columbia Okanagan hat kürzlich die erste breitbandige Faraday-Rotationskarte des nördlichen Himmels veröffentlicht, die ein klareres Verständnis der Magnetfeldstruktur unserer Galaxie liefert. Die Studie zeigt, dass das galaktische Magnetfeld weitaus komplexer ist als bisher angenommen.
Das Forschungsprojekt mit dem Namen „Dominion Radio Astrophysical Observatory GMIMS of the Northern Sky“ (DRAGONS) nutzte das 15-Meter-Teleskop des Dominion Radio Astrophysical Observatory in der Nähe von Penticton für die Beobachtungen. Die Hauptwissenschaftlerin des Projekts, Dr. Anna Ordog, ehemalige Postdoktorandin an der University of British Columbia Okanagan, erklärt: „Mit unserem neuen Datensatz können wir polarisierte Strahlung im Inneren der Galaxie beobachten und feststellen, dass ihre Magnetfeldstruktur sehr komplex ist.“ DRAGONS ist das erste Beobachtungsprojekt, das eine solche Komplexität auf so großen räumlichen Skalen zeigt.
Das Team verfolgte die Magnetfeldstruktur entrund der Sichtlinie, indem es analysierte, wie polarisierte Radiowellen während ihrer Ausbreitung verzerrt werden, ein Effekt, der als Faraday-Rotation bekannt ist. Das Projekt basiert auf einer Theorie aus dem Jahr 1966, die besagt, dass die dreidimensionale Struktur des galaktischen Magnetfelds durch Messungen polarisierter Radiowellen bei mehreren Frequenzen bestimmt werden kann, was durch moderne Breitbandteleskope ermöglicht wird. Dr. Alex Hill, Assistenzprofessor an der University of British Columbia Okanagan, merkt an: „DRAGONS wirkt wie ein Kompass, der uns zeigt, wie Materie und Magnetfelder in unserer Galaxie organisiert sind.“ Studenten der Universität sowie der University of Calgary waren an der Bewertung der Datenqualität und der Entwicklung von Algorithmen beteiligt.
Der DRAGONS-Datensatz wurde bereits für Folgestudien genutzt, beispielsweise zur Untersuchung großräumiger Magnetfeldumkehrungen in der Galaxie. Dr. Ordog erklärt, dass der Datensatz eine wichtige Gelegenheit für fortlaufende Forschung bietet und einen kanadischen Beitrag zur globalen astronomischen Gemeinschaft darstellt. Die damit verbundenen Forschungsergebnisse wurden im „Astrophysical Journal Supplement“ veröffentlicht.
Veröffentlichungsdetails: Autoren: Anna Ordog et al., Titel: „GMIMS-DRAGONS: A Faraday Depth Survey of the Northern Sky Covering 350–1030 MHz“, veröffentlicht in: „The Astrophysical Journal Supplement Series“ (2026).
Autoren: Rebecca A. Booth et al., Titel: „A 3D Model for a Large-Scale Local Interstellar Magnetic Field Reversal“, veröffentlicht in: „The Astrophysical Journal“ (2026), Zeitschrifteninfo: „The Astrophysical Journal Supplement“, „The Astrophysical Journal“












