Astronomische Studie bestätigt, dass Supernovae massereiche Sterne zu Ausreißersternen katapultieren können
2026-02-05 14:56
Quelle:Friedrich-Schiller-Universität Jena
Merken

Eine von Baha Dinçel von der Friedrich-Schiller-Universität Jena geleitete wissenschaftliche Studie liefert starke Belege für den Ursprung massereicher Ausreißersterne. Die Studie, die astronomische Beobachtungen mit Modellierungen von Sternen kombiniert, bestätigt, dass der Stern HD 254577 wahrscheinlich durch den Auswurf nach einer Supernova-Explosion seines Begleitsterns entstanden ist, dessen Überreste heute den sichtbaren Medusanebel (IC 443) bilden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Die Flugbahn von HD 254577 wird nachverfolgt.

Die Forschung konzentrierte sich auf den Entstehungsmechanismus massereicher „Ausreißersterne“. Im Gegensatz zu Ausreißersternen, die durch Gravitationswechselwirkungen aus Sternhaufen geschleudert werden, stammen massereiche Sterne wahrscheinlich aus einem klassischen Szenario: Sie waren Teil eines Doppelsternsystems und wurden in den interstellaren Raum geschleudert, nachdem ihr Begleitstern einen Kernkollaps erlitt und als Supernova explodierte, wodurch die gravitative Bindung aufgehoben wurde. Dinçel erklärt: „HD 37424 war bisher das einzige Beispiel eines hochgradig gesicherten Doppelstern-Supernova-Ausreißersystems. Unser Ziel war es, mehr solcher Systeme zu finden, um eine statistisch aussagekräftige Stichprobe zu erstellen.“

Auf der Suche nach neuen Kandidaten kombinierte das Team verschiedene Datenquellen. Sie nutzten präzise astrometrische Daten der Gaia-Mission der Europäischen Weltraumorganisation, um die Sternbewegungen zu analysieren, und spektroskopische Daten, um die physikalischen Eigenschaften der Sterne zu interpretieren. Unter den Kandidaten zeigte HD 254577 bemerkenswerte Eigenschaften: Es handelt sich um einen hoch entwickelten, massereichen Stern, der sich derzeit in einem Einzelsternzustand befindet – was mit der Erwartung übereinstimmt, dass er einen Begleiter hatte, der bereits als Supernova explodierte.

Durch die Rückverfolgung seiner Bewegung mittels Sternmodellierung erzielte das Team eine entscheidende Entdeckung. Dinçel erläutert: „Durch den Vergleich seiner kinematischen Eigenschaften mit denen benachbarter Sterne konnten wir mit größerer Sicherheit als je zuvor zeigen, dass HD 254577 ein echter Ausreißerstern ist.“ Die kombinierte Analyse deutet darauf hin, dass der Stern vor etwa 10.000 bis 30.000 Jahren durch die Supernova-Explosion seines Begleiters ausgestoßen wurde, die auch den heutigen Medusanebel erzeugte.

Diese Entdeckung liefert nicht nur einen klaren Ursprung für einen einzelnen Ausreißerstern, sondern hat auch Bedeutung für die zukünftige Forschung. Sie bestätigt theoretische Vorhersagen darüber, wie Supernova-Explosionen Doppelsternsysteme auflösen, und deutet an, dass das Explosionszentrum nicht mit dem geometrischen Zentrum des Nebels übereinstimmen muss. Dinçel sagt: „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das wahre Explosionszentrum des Supernova-Überrests weit von seinem geometrischen Zentrum entfernt liegen könnte … Die Ergebnisse zeigen auch, dass sein Vorläuferstern ein sehr massereicher Stern war.“ Diese Arbeit bietet Astronomen neue Methoden und Hinweise, um den Ursprung anderer massereicher Ausreißersterne zurückzuverfolgen und die Überreste ihrer ehemaligen Begleiter zu suchen.

Veröffentlichungsdetails: Autoren: B. Dinçel et al., Titel: „The massive runaway star HD 254577: the pre-supernova binary companion of the supernova remnant IC 443 progenitor“, veröffentlicht in: „Astronomy & Astrophysics“ (2026). Zeitschrifteninfo: Astronomy & Astrophysics, arXiv

Diese Kurznachricht stammt aus der Übersetzung und Weiterverbreitung von Informationen aus dem globalen Internet und von strategischen Partnern. Sie dient lediglich dem Austausch mit den Lesern. Bei Urheberrechtsverletzungen oder anderen Problemen bitten wir um rechtzeitige Mitteilung, und wir werden die notwendigen Änderungen oder Löschungen vornehmen. Die Weitergabe dieses Artikels ist ausdrücklich ohne formelle Genehmigung verboten.E-Mail: news@wedoany.com