Der globale Übergang zu sauberer Energie gestaltet die Lieferketten für Schlüsselmineralien neu. Kürzlich unterzeichneten Chile und die USA ein bilaterales Abkommen über Schlüsselmineralien, das darauf abzielt, durch technische Konsultationen und Finanzierungsabstimmung eine stabile Versorgung mit Mineralien für die Batterieherstellung, erneuerbare Energien und Verteidigungsanwendungen sicherzustellen. Das Abkommen sieht vor, dass die ersten technischen Konsultationen innerhalb von 15 Tagen beginnen, was die Dringlichkeit der Zusammenarbeit unterstreicht.
Schlüsselmineralien unterscheiden sich von traditionellen Massengütern. Der United States Geological Survey definiert etwa 50 Elemente als Schlüsselmineralien, die für die technologische Entwicklung und Energiesicherheit von entscheidender Bedeutung sind. Die Internationale Energieagentur prognostiziert, dass die Lithiumnachfrage bis 2040 um das 40-fache steigen könnte, was den Versorgungsdruck verdeutlicht. Chile, als wichtiger Lieferant, verfügt über die weltweit größten Lithiumreserven von 9,2 Millionen Tonnen, eine jährliche Kupferproduktion von 5,7 Millionen Tonnen (27 % der weltweiten Produktion) und liefert 40 % des Molybdäns.
Die Anfälligkeit der Lieferkette resultiert hauptsächlich aus der Konzentration der Verarbeitungskapazitäten. China kontrolliert 80-90 % der globalen Seltenen-Erden-Verarbeitung. Historische Lieferunterbrechungen haben zu Preissprüngen von 300-400 % geführt. Die USA haben durch den „CHIPS and Science Act“ 527 Milliarden US-Dollar bereitgestellt und durch den „Inflation Reduction Act“ 3690 Milliarden US-Dollar investiert, um die Diversifizierung der Lieferketten voranzutreiben. Auch der europäische „Critical Raw Materials Act“ sieht strategische Reserven vor.
Das chilenisch-amerikanische Abkommen etabliert einen Mechanismus für die gemeinsame Projektentwicklung. Die US-amerikanische Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft bietet eine Finanzierungskapazität von 600 Milliarden US-Dollar. Das Abkommen stabilisiert die Preise durch langfristige Verträge. Zertifizierte ethisch beschaffte Materialien können einen Aufschlag erhalten, bei Kupfer 10-15 %, und die Volatilität bei Lithium könnte um 20-30 % reduziert werden. Die Zusammenarbeit umfasst auch das Recycling. Lithium-Ionen-Batterien können zu 95 % recycelt werden, aber die derzeitige Recyclingrate für Seltene Erden liegt unter 10 %.
In Umweltfragen koordiniert das Abkommen das Wassermanagement. In der chilenischen Atacama-Region ist die Lithiumproduktion zum Schutz der Wasserressourcen eingeschränkt. Bis 2030 könnten durch die Zusammenarbeit 5 Milliarden US-Dollar in gemeinsame Verarbeitungsanlagen investiert und 50.000 Fachkräfte ausgebildet werden. Das regionale Expansionspotenzial umfasst Länder wie Peru und Argentinien. Der Erfolg des Abkommens wird anhand von Kennzahlen wie dem Prozentsatz der Lieferketten-Diversifizierung gemessen werden.









