Agri-Photovoltaik, eine Technologie, die Solarenergieerzeugung mit landwirtschaftlicher Produktion kombiniert, wird derzeit in mehreren europäischen Ländern in Pilotprojekten vorangetrieben, um die Landnutzungseffizienz zu steigern und Dekarbonisierungsziele zu unterstützen. Das tschechische Energieunternehmen MND entwickelt im südmährischen Weinbaugebiet eine Pilotanlage, die testet, wie erhöhte Solarpaneele mit dem Weinbau koexistieren können, um deren Schutzfunktion bei extremen Wetterereignissen zu bewerten.
Laut einer Studie der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission könnten Agri-PV-Systeme theoretisch Hunderte von Gigawatt an Solarkapazität in der EU bereitstellen und dabei nur geringe landwirtschaftliche Flächen in Anspruch nehmen. Die Installation solcher Projekte auf etwa 1 % der europäischen Agrarflächen könnte jährlich Hunderte von Terawattstunden Strom erzeugen, was ihr Potenzial zur Deckung des wachsenden Strombedarfs verdeutlicht.
Der tschechische regulatorische Rahmen definiert klare Standards für Agri-PV, einschließlich Mindeststrukturhöhen und Anforderungen an die Pflanzenarten, um sicherzustellen, dass die landwirtschaftliche Tätigkeit die primäre Landnutzung bleibt. Auch Frankreich und Italien führen ähnliche Projekte durch, beispielsweise die Installation von Paneelen über Weinbergen zum Schutz vor Hitzewellen und Dürre oder die Kombination der Systeme mit dem Anbau von Feldfrüchten und der Viehweide.
Kartierungsdaten der Branche zeigen, dass es in Europa bereits über 200 Agri-PV-Projekte gibt und die technologische Expansion schnell voranschreitet. Koordinierte Regulierung und Wissensaustausch können dazu beitragen, den europäischen Grünen Deal zu unterstützen und die Energieunabhängigkeit zu stärken. Die Entwicklung der EU-Politik legt zunehmend Wert auf die Rolle der Agri-PV bei der Diversifizierung der Einkommen von Landwirten und der Klimaresilienz.
Um das Potenzial der Agri-Photovoltaik freizusetzen, müssen Verfahren zur Genehmigung vereinfacht, Forschung und Bewertung verstärkt und der Wissensaustausch zwischen Experten und der Öffentlichkeit gefördert werden. Diese Technologie trägt nicht nur zur Verringerung der Treibhausgasemissionen bei, sondern bietet Landwirten auch eine zusätzliche Einnahmequelle und erhöht die Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Systeme.









