Deutsches Pilotprojekt erforscht intelligentes Laden von Elektrofahrzeugen für das Netz-Redispatch
2026-03-30 11:59
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Der deutsche Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW und das Energieunternehmen Octopus Energy haben mit dem Pilotprojekt OctoFlexBW gezeigt, wie Elektrofahrzeuge durch intelligentes Laden in den Redispatch-Prozess des Stromnetzes integriert werden können, um die Netzstabilität und -flexibilität zu erhöhen. Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien und der zunehmenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen werden Redispatch-Maßnahmen zur Ausgleichung von Netzengpässen immer wichtiger. Das Projekt erkundet das neue Potenzial dezentraler Batterie-Speichersysteme.Grafik zum Projekt OctoFlexBW

Im Jahr 2025 stiegen die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen in Europa um 43,2 %, ihr Marktanteil erreichte 19,1 %. Dies bringt eine große Anzahl verteilter Batterieeinheiten mit sich, die für Redispatch genutzt werden können. Traditionell stützt sich Redispatch auf die Steuerung von Kraftwerken, doch die Integration von Elektrofahrzeugen bietet eine marktorientierte Ergänzung. Das OctoFlexBW-Projekt bündelt über 700 Elektrofahrzeuge aus Privathaushalten und bietet täglich etwa 2 Megawattstunden Flexibilität. Hochgerechnet auf 1 Million Fahrzeuge entspricht dies einem Potenzial von etwa 3 Gigawattstunden pro Tag. Jährlich könnten so bis zu 0,5 Terawattstunden Strom beigesteuert werden, was einen großen Teil des Redispatch-Bedarfs decken könnte.

Dr. Oliver Strangfeld von Transnet BW erklärt: „Durch die Integration von Elektrofahrzeugen aus Privathaushalten haben Transnet BW und Octopus Energy gezeigt, dass marktbasierte Lösungen für das Netzengpassmanagement gut funktionieren und bereit für die Markteinführung sind.“ Octopus Energy nutzt die IT-Plattform KrakenFlex, um den Ladevorgang zu optimieren. Sie stellt sicher, dass die Fahrzeuge morgens voll geladen sind, während das Laden gleichzeitig kosteneffizient erfolgt. Die Plattform ermittelt das Flexibilitätspotenzial der Fahrzeuge, die Daten werden auf der DA/RE-Plattform von Transnet BW aggregiert. Bei erwarteten Netzengpässen sendet DA/RE ein Dispatch-Signal, und KrakenFlex passt automatisch die Lade-Strategie an, ohne den Komfort der Nutzer zu beeinträchtigen.

Fahrzeugeigentümer können Ladezeiten festlegen und über den ‚Intelligenten Oktopus‘-Stromtarif Geld sparen. Das Projekt-Feedback zeigt eine hohe Akzeptanz der Teilnehmer, die bereit sind, Flexibilität zur Netzunterstützung bereitzustellen. Bastian Gierull, CEO von Octopus Energy Deutschland, betont: „Verbraucher können Flexibilität beisteuern und Kosten sparen – entweder zahlen sie teure Redispatch-Gebühren, oder sie stellen Flexibilität bereit und erhalten eine Vergütung.“ Aus Sicht von Transnet BW beweisen die Ergebnisse von OctoFlexBW, dass Elektrofahrzeuge eine praktische Ergänzung zum Redispatch-System sind. Sie tragen dazu bei, Netzengpässe effektiver zu managen und neue Marktmechanismen zu etablieren.

Das Folgeprojekt „DataFleX“ plant, die Methode auszuweiten, über 1.000 Fahrzeuge einzubeziehen und zusätzliche Flexibilität wie Heimspeicher zu integrieren. In Zukunft könnten auch Wärmepumpen einbezogen werden. Ein geeigneter regulatorischer Rahmen ist für die breite Umsetzung entscheidend. Mit regulatorischer Unterstützung können Elektrofahrzeuge ihr gesamtes Systempotenzial entfalten, Netzkosten senken und aktiv zur Stabilität und Effizienz elektrischer Automatisierungssysteme beitragen.

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