Deutschland finanziert Entwicklung von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für private Nachrichten bei Mastodon, geplante Einführung 2027
2026-04-16 09:11
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de.wedoany.com-Bericht: Die dezentrale Social-Media-Plattform Mastodon hat angekündigt, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für private Nachrichten einführen zu wollen. Diese Initiative wird mit 614.000 Euro aus dem vom deutschen Staat unterstützten Sovereign Tech Fund gefördert und zielt darauf ab, den Datenschutz der Nutzer zu verbessern. Die Mittel werden für fünf Projekte verwendet, darunter die automatisierte Inhaltserkennung und die gemeinsame Nutzung von Sperrlisten-Funktionen.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung stellt sicher, dass nur Absender und Empfänger den Nachrichteninhalt einsehen können und verhindert den Zugriff durch Dritte. Vor dem Hintergrund zunehmender Überwachungsbedenken bietet dies eine zusätzliche Privatsphärenschicht für die persönliche Kommunikation. Ähnliche Technologien werden bereits bei WhatsApp, Signal und Apple iMessages eingesetzt. Die Integration bei Mastodon wird auf dem ActivityPub-Standard basieren und mit

Laut Dimension News hat die dezentrale Social-Media-Plattform Mastodon am 14. April 2026 bekannt gegeben, eine Dienstleistungsvereinbarung in Höhe von 614.000 Euro (etwa 724.000 US-Dollar) aus dem vom deutschen Staat unterstützten „Sovereign Tech Fund“ erhalten zu haben. Diese Mittel werden für die Weiterentwicklung von fünf Kernprojekten verwendet, wobei die Einführung von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) für private Nachrichten das am meisten beachtete Vorhaben ist. Diese Funktion soll voraussichtlich 2027 offiziell eingeführt werden.

Neben der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung umfassen die geförderten Projekte von Mastodon die Einrichtung eines Mechanismus zur Synchronisierung von Sperrlisten zwischen Servern zur Stärkung der Inhaltsmoderation, die Einführung von „Fediverse-Hilfsdienstanbietern“ zur Unterstützung der Fernspeicherung von Medien und Senkung der Betriebskosten, die Implementierung automatisierter Inhaltserkennung zur Bekämpfung von Spam sowie die Verbesserung technischer Dokumentationen zur Optimierung der Serverbereitstellung. Mastodon betont, dass von der Gesamtförderung 90.000 Euro für die Unterstützung anderer Fediverse-Projekte reserviert sind, um die Entwicklung gemeinsamer Infrastrukturen voranzutreiben.

Die technische Umsetzung der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Social Networking Foundation, die seit Dezember 2025 ein auf dem ActivityPub-Protokoll basierendes Ende-zu-Ende-Verschlüsselungsprojekt leitet. ActivityPub ist ein offenes Social-Protokoll, das sowohl von Mastodon als auch von Metas Threads unterstützt wird, wobei die Spezifikationen für dessen Verschlüsselungssystem noch in Arbeit sind. Ein Mastodon-Sprecher erklärte, das Projekt befinde sich noch in einer frühen Phase. Das Team werde sich vor allem auf Interoperabilitätstests sowie die potenziellen Auswirkungen der Verschlüsselung auf Inhaltsmeldungen und Moderationsprozesse konzentrieren. Bei erfolgreichen Tests werde die Funktion auf mastodon.social und anderen Servern, die sie aktivieren möchten, implementiert. Derzeit bietet Mastodon keine traditionelle Direktnachrichten-Funktion, sondern lediglich die Option „Privates Erwähnen“. Diese Funktion ist im Grunde ein Beitrag mit eingeschränkter Sichtbarkeit und keine verschlüsselte Konversation. Die unterschiedliche Namensgebung hat bei einigen Nutzern bereits für Verwirrung gesorgt.

Mastodon hat derzeit schätzungsweise 750.000 bis 1 Million monatlich aktive Nutzer im Fediverse. Die Plattform hat kürzlich mehrere Updates vorangetrieben, darunter die Vereinfachung des Onboarding-Prozesses für neue Nutzer, die Einführung von Monetarisierungstools für Ersteller und die Optimierung von Inhaltsentdeckungsmechanismen, um die Zugangshürden zu dezentralen sozialen Netzwerken zu senken. Die Einführung einer Ende-zu-Ende-verschlüsselten privaten Nachrichtenfunktion könnte den differenzierenden Vorteil von Mastodon im Bereich des Datenschutzes stärken, birgt aber auch regulatorische Herausforderungen, da verschlüsselte Kommunikation die aktive Erkennung von regelwidrigen Inhalten durch Serveranbieter erschweren könnte. Bei erfolgreicher Umsetzung würde Mastodon zur ersten großen dezentralen Social-Media-Plattform werden, die eine standardisierte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Protokollebene von ActivityPub implementiert.

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